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Hauptseminare

Hauptseminare in Alter Geschichte

Die Belegung der Hauptseminare der Alten Geschichte erfolgt zwischen dem 28.09.2015, 9.00 Uhr und dem 16.10.2015, 12.00 Uhr über HISinOne per Sofortbelegung. Dazu beachten Sie bitte Folgendes:

  1. „Sofortbelegung“ bedeutet, dass Sie direkt mit Ihrer Belegung über HISinOne – ohne weiteres Zwischenverfahren – zum jeweiligen Hauptseminar angemeldet sind (sog. „Windhundprinzip“: bis die maximale Teilnehmerzahl für das jeweilige Hauptseminar erreicht ist).
  2. Sollte das von Ihnen gewünschte Hauptseminar bereits vollständig belegt sein, meldet Ihnen das System sofort, dass eine weitere Belegung nicht möglich ist. In diesem Fall belegen Sie bitte eines der anderen beiden Hauptseminare.
  3. Bitte beachten Sie: Mehrfachbelegungen sind prinzipiell nicht gestattet! Grundsätzlich darf nur eines der drei Hauptseminare im Wintersemester 2015/16 belegt werden. Bei Zuwiderhandlungen behält sich das Seminar für Alte Geschichte das Recht vor, die jeweilige Person in ein anderes, auch nicht angegebenes Hauptseminar zu versetzen.
  4. Prinzipiell sollen die Hauptseminare der Alten Geschichte von Studierenden belegt werden, die diese Veranstaltung in einem Modul ihrer jeweiligen Prüfungsordnung anerkennen lassen können. Wir bitten daher Studierende, die ein Hauptseminar nicht aus prüfungsrelevanten Gründen belegen möchten („Gasthörer“), von einer Sofortbelegung über HISinOne abzusehen. In diesem Fall melden Sie Ihren Wunsch bitte unter Angabe Ihrer persönlichen Daten (Name, Matrikelnummer, Studiengang, Semesteranzahl) per E-Mail an: benjamin.wieland@geschichte.uni-freiburg.de.
  5. Grundsätzlich behält sich das Seminar für Alte Geschichte das finale Recht der Platzvergabe vor.
 
Titel
Ethnizität und Identitätskonstruktionen in der Antike
Dozierende
Prof. Dr. Sitta von Reden
Uhrzeit
Donnerstag, 16-18 Uhr c.t.
Raum
R 3, Peterhof
Typ
Hauptseminar / Masterseminar Interdisziplinäre Anthropologie
Veranstaltungsnummer
06LE11S-W1523
Kommentar
Identität ist eine der zentralen Mechanismen, der friedliches Zusammenleben von sozialen Kollektiven möglich macht. Es gibt aber verschiedene Formen, in denen Identität konstruiert und erfahren werden kann: über gemeinsame Religion, gemeinsame Territorien, Tausch oder den Gedanken gemeinsamer ethnischer Abstammung. In der griechischen Antike, die in diesem Hauptseminar im Mittelpunkt stehen wird, spielte besonders letzteres eine große, wenn auch sich wandelnde Rolle. Da Menschen durchaus multiple (Mikro- und Makro) Identitäten wahrnahmen, konnten in der Innen- und Außenbeschreibung von Zugehörigkeit in unterschiedlichen Situationen unterschiedliche Identitäten diskursiv in den Mittelpunkt gestellt oder auch instrumentalisiert werden. Unter Berücksichtigung ausgewählter Theoretisierungen von Identitätskonstruktion und Ethnizität sollen in diesem Hauptseminar/Masterseminar unterschiedliche Formen der Identitätsstiftung der Antike im Zeitverlauf von Homer bis zum Hellenismus analysiert werden. Griechisch- und Lateinkenntnisse sind förderlich aber nicht Voraussetzung für die Teilnahme an dem Seminar. Die Bereitschaft, englische französische Sekundärtexte zu lesen wird erwartet.
Literatur
K. Goudrian. Ethnicity in Ptolemaic Egypt. Leiden 1988.
J. Hall, Hellenicity. Between Ethnicity and Culture. London 2002.
W. Pohl, Strategies of Identification: A Methodological Profile, in ders./Heydemann, G. (Hrsg.) Strategies of Identification in Early Medieval Europe. Turnhout 2013, 1-64.
 
 
Titel
Pompeius und seine Zeit
Dozierende
Prof. Dr. Astrid Möller
Uhrzeit
Mittwoch, 9-12 Uhr c.t.
Raum
R 04 006, Erbprinzenstr. 12
Typ
Hauptseminar
Veranstaltungsnummer
06LE11S-W1524
Kommentar
Die Beurteilung des Pompeius war schon bei seinen Zeitgenossen widersprüchlich. Doch als eine der großen Gestalten der späten römischen Republik ist er häufiger Gegenstand moderner biographischer Betrachtungen. Anhand des Beispiels des Pompeius soll in diesem Seminar einerseits untersucht werden, wie große Männer in den antiken Quellen gestaltet wurden, andererseits unter welchen Bedingungen sich Biographien antiker Personen schreiben lassen.
Literatur
E. Baltrusch: Caesar und Pompeius, Darmstadt 2004.
K. Christ: Pompeius: der Feldherr Roms. Eine Biographie, München 2004.
M. Gelzer: Pompeius. Lebensbild eines Römers, hg. von E. Herrmann-Otto, Stuttgart 2005.
 
 
Titel
Tacitus
Dozierende
Prof. Dr. Peter Eich
Uhrzeit
Dienstag 10-13 Uhr c.t.
Raum
HS 1231
Typ
Hauptseminar
Veranstaltungsnummer
06LE11S-W1522
Kommentar
Cornelius Tacitus war wohl der bedeutendste Historiker der römischen Kaiserzeit. Anhand seines Werkes sollen im Seminar einerseits Besonderheiten römischer Historiographie untersucht werden. Zum anderen soll durch den Filter Tacitus auch die Zeit des frühen und hohen Prinzipates näher betrachtet werden.
Literatur
R. Syme, Tacitus, Oxford 1958
S. Schmal, Tacitus, Darmstadt 2005
 

Hauptseminare in Mittelalterlicher Geschichte

 
Titel
Konsens, Konflikt, Kooperation. König und Große im Hochmittelalter: Neuere Ansätze verfassungsgeschichtlicher Forschung (EPG II - Achtung: Terminänderung)
Dozierende
Prof. Dr. Jürgen Dendorfer / Prof. Dr. Thomas Buck
Uhrzeit
Dienstag, 16-17:30 Uhr s.t. (Beginn in der 2. Vorlesungswoche)
Raum
Bismarckallee 22, R 1
Typ
Hauptseminar
Veranstaltungsnummer
06LE11S-20151622
Kommentar
Das Seminar wendet sich vor allem an Studierende des Lehramts Gymnasium. Inhaltlich wird es einen Überblick über neuere Ansätze „verfassungsgeschichtlicher“ Forschung vermitteln. Methodisch ist das Ziel, diese Ansätze für die Umsetzung im Schulunterricht aufzubereiten. Die Veranstaltung richtet sich an Studierende mit Interesse an der Verbindung von Fachdidaktik und Geschichtswissenschaft. Geplant ist eine unterrichtspraktische Umsetzung der Ergebnisse in einem weiteren Seminar im Sommersemester 2015. Die Bereitschaft zum Besuch der Folgeveranstaltung ist gewünscht, aber nicht Bedingung für den Besuch der Veranstaltung.
Im HS kann auch ein EPG II-Schein erworben werden.
Literatur
Walter Pohl, Staat und Herrschaft im Frühmittelalter. Überlegungen zum Forschungsstand, in: Airlie, Stuart/Pohl, Walter/Reimitz, Helmut (Hgg.), Staat im frühen Mittelalter, 2006, 9-38;
Bernd Schneidmüller: Von der deutschen Verfassungsgeschichte zur Geschichte politischer Ordnungen und Identitäten im europäischen Mittelalter, in: ZfG 53 (2005) 485-500.
 
 
Titel
Die Zähringer
Dozierende
Prof. Dr. Jürgen Dendorfer (Beginn in der 2. Vorlesungswoche)
Uhrzeit
Mittwoch, 10-12 Uhr c.t.
Raum
HS 1140
Typ
Hauptseminar
Veranstaltungsnummer
06LE11S-20151623
Kommentar
Die im letzten Viertel des 11. Jahrhunderts in den Breisgau gekommenen Zähringer etablierten hier innerhalb weniger Jahrzehnte eine geradezu exemplarische adelige Herrschaft, die sich über den Breisgau, die Ortenau und sogar bis in die Westschweiz erstreckte. Das Seminar wird sich mit dem zähringischen Herrschaftsgebilde in der Zeit der beiden letzten Zähringer, Bertolds IV. (1152-1186) und Bertolds V. (1186-1218), beschäftigen. Neben Grundfragen adeligen Herrschaftsaufbaus wird vor allem die Stellung der Zähringer im staufischen Reich erörtert werden. Im Zusammenhang mit dem Seminar findet eine mehrtägige Exkursion an Orte der zähringischen Geschichte im Breisgau, auf dem Schwarzwald und in der Westschweiz statt.
Literatur
Thomas Zotz, Konflikt – Kompensation – Kooperation. Zähringer und Staufer in Region und Reich, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 160 (2012) 105-130; Heinz Krieg, Adel in Schwaben. Die Staufer und die Zähringer, in: Jürgen Dendorfer/Hubertus Seibert (Hg.), Adel in Schwaben: Die Staufer und die Zähringer, in: Grafen, Herzöge, Könige. Der Aufstieg der frühen Staufer und das Reich (1079-1152), Ostfildern 2005, 65-97.
 
 
Titel
Aspekte von Freiheit und Unfreiheit im Spiegel mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Quellen
Dozierende
Prof. Dr. Kurt Andermann
Uhrzeit
Dienstag, 16-18 Uhr c.t.
Raum
HS 4450
Typ
Hauptseminar
Veranstaltungsnummer
06LE11S-20151615
Kommentar
Freiheit ist einer der zentralen Begriffe unserer politischen Kultur. Geradezu inflationär gebraucht, sind die Vorstellungen davon aber in der Regel nur wenig konkret und hinsichtlich der Vergangenheit nicht selten falsch. Anhand einschlägiger Quellen vom hohen Mittelalter (Latein!) bis zum Ende des Alten Reiches, vornehmlich aus Südwestdeutschland, wird das Seminar verschiedene Erscheinungsformen von Freiheit und Unfreiheit bzw. persönlicher Abhängigkeit quellennah thematisieren.
Literatur
Johannes Fried (Hg.), Die abendländische Freiheit vom 10. zum 14. Jahrhundert. Der Wirkungszusammenhang von Idee und Wirklichkeit im europäischen Vergleich, Sigmaringen 1991; Peter Blickle, Von der Leibeigenschaft zu den Menschenrechten. Eine Geschichte der Freiheit in Deutschland, München 2003; Jan Klußmann (Hg.), Leibeigenschaft. Bäuerliche Unfreiheit in der frühen Neuzeit, Köln u.a. 2003; Paul Freedman und Monique Bourin (Hgg.), Forms of Servitude in Northern and Central Europe, Turnhout 2005; Kurt Andermann und Gabriel Zeilinger (Hgg.), Freiheit und Unfreiheit. Mittelalterliche und frühneuzeitliche Facetten eines zeitlosen Problems, Epfendorf 2010.
 
 
Titel
Maximilian I. - Politik und Publizistik
Dozierende
Prof. Dr. Brigit Studt
Uhrzeit
Dienstag, 10-13 Uhr c.t.
Raum
HS 1134
Typ
Hauptseminar
Veranstaltungsnummer
06LE11S-20151629
Kommentar
Dass Kaiser Maximilian I. (1459-1519) heute eine der populärsten Herrschergestalten des ausgehenden Mittelalters gilt, liegt sicherlich auch an seiner ausgesprochenen „Öffentlichkeitsarbeit“, für die er die ganze Breitbreite an verfügbaren Schrift-, Druck- und Bildmedien nutzte. Sehr bewusst um seinen Nachruhm bemüht, wollte Maximilian ein ganz bestimmtes Bild von sich erinnert wissen. Im Entwurf der avanciertesten Künstler und Literaten, die  er an seinen Hof holte, erscheint eine doppelgesichtige Persönlichkeit: der letzte Ritter, der eine repräsentative Hofkultur mit prächtigen Turnieren und Jagden pflegte, aber auch der Monarch, der Regierung und Verwaltung modernisierte, ausgedehnte Kriege führte und mit seiner dynastischen und imperialen Politik die Grundlagen für die habsburgische Großmacht in Europa legte. Das Seminar will in einzelnen politik-, diplomatiegeschichtlichen und medien- und kulturgeschichtlichen Zugriffen diesen unterschiedlichen Inszenierungen, Wahrnehmungen und Deutungen der Figur und der Herrschaft Maximilians nachgehen. 
Literatur
Kaiser Maximilian I. und die Kunst der Dürerzeit. Hg. v. Eva Michel / Manfred Hollegger. Ausstellungskatalog Wien. München 2012. Manfred Hollegger: Maximilian I. (1459 – 1519). Herrscher und Mensch einer Zeitenwende. Stuttgart 2005.Kaiser Maximilian I. und die Kunst der Dürerzeit. Hg. v. Eva Michel / Manfred Hollegger. Ausstellungskatalog Wien. München 2012. Manfred Hollegger: Maximilian I. (1459 – 1519). Herrscher und Mensch einer Zeitenwende. Stuttgart 2005.
 
 
Titel
Sport und Gesellschaft (Masterseminar Komparative Geschichte)
Dozierende
Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Brüggemeier / Dr. Heinz Krieg
Uhrzeit
Montag,16-18 Uhr c.t.
Raum
HS 4429
Typ
Masterseminar
Veranstaltungsnummer
06LE11S-20151626
Kommentar
Sport ist schon lange mehr als ein bloßes Freizeitvergnügen oder ein Thema, das nur einige Fans interessiert. Er hat vielmehr gerade in den letzten Jahrzehnten einen globalen Siegeszug angetreten, hat sich als wichtiger Wirtschaftsfaktor etabliert, ist Dauerthema in den Medien und wird allgemein als Merkmal moderner Gesellschaften gesehen, das im 19. Jahrhundert seinen Ursprung hatte und bis dahin allenfalls in kleinen Ansätzen bestand. Zu dieser Auffassung trug auch bei, dass die Geschichtswissenschaften sich lange mit diesem Thema nicht befasst haben, so dass das Wissen über die Geschichte des Sports sehr begrenzt blieb. Diese Situation hat sich geändert. Inzwischen liegen zahlreiche Untersuchungen vor, und wir wissen nicht nur, dass der Sport eine lange Vorgeschichte besitzt, sondern dass er auch sehr interessante Einblicke in die unterschiedlichen Gesellschaften erlaubt, in denen er betrieben wurde und wird.
Entsprechend spannt das MA-Seminar einen weiten zeitlichen Bogen, der bis in die Antike reicht. Der zeitliche Schwerpunkt liegt jedoch auf dem Mittelalter und neueren Entwicklungen seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert.
 
Es besteht die Möglichkeit, an einer Exkursion nach Dortmund in das neue Fußballmuseum des DFBs teilzunehmen. Angedacht als Termin sind der 22. und 23. Januar 2016. Ob genug Interesse besteht und wer sich dafür anmelden möchte, soll in der ersten Sitzung des Seminars besprochen werden.
 
Teilnahmebeschränkung: Nicht für Studierende der BA-Studiengänge Geschichte!
Literatur
Wolfgang Behringer, Kulturgeschichte des Sports. Vom antiken Olympia bis ins 21. Jahrhundert, München 2012; Peter Jezler, Peter Niederhäuser und Elke Jezler (Hg.), Ritterturnier. Geschichte einer Festkultur, Luzern 2014.
 

Hauptseminare in Neuerer und Neuester Geschichte

 
Titel
Aspekte von Freiheit und Unfreiheit im Spiegel mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Quellen
Dozierende
Prof. Dr. Kurt Andermann
Uhrzeit
Dienstag, 16-18 Uhr c.t.
Raum
HS 4450
Typ
Hauptseminar
Veranstaltungsnummer
06LE11S-20151615
Kommentar
Freiheit ist einer der zentralen Begriffe unserer politischen Kultur. Geradezu inflationär gebraucht, sind die Vorstellungen davon aber in der Regel nur wenig konkret und hinsichtlich der Vergangenheit nicht selten falsch. Anhand einschlägiger Quellen vom hohen Mittelalter (Latein!) bis zum Ende des Alten Reiches, vornehmlich aus Südwestdeutschland, wird das Seminar verschiedene Erscheinungsformen von Freiheit und Unfreiheit bzw. persönlicher Abhängigkeit quellennah thematisieren.
Literatur
Johannes Fried (Hg.), Die abendländische Freiheit vom 10. zum 14. Jahrhundert. Der Wirkungszusammenhang von Idee und Wirklichkeit im europäischen Vergleich, Sigmaringen 1991; Peter Blickle, Von der Leibeigenschaft zu den Menschenrechten. Eine Geschichte der Freiheit in Deutschland, München 2003; Jan Klußmann (Hg.), Leibeigenschaft. Bäuerliche Unfreiheit in der frühen Neuzeit, Köln u.a. 2003; Paul Freedman und Monique Bourin (Hgg.), Forms of Servitude in Northern and Central Europe, Turnhout 2005; Kurt Andermann und Gabriel Zeilinger (Hgg.), Freiheit und Unfreiheit. Mittelalterliche und frühneuzeitliche Facetten eines zeitlosen Problems, Epfendorf 2010.
 
 
Titel
Großreiche in der Krise: Das spanische Reich, die Habsburgermonarchie, die Stuart-Monarchie und das Osmanische Reich im 17. Jahrhundert
Dozierende
Prof. Dr. Ronald G. Asch
Uhrzeit
Mittwoch, 14-16 Uhr c.t.
Raum
Übungsraum 2, KG IV
Typ
Hauptseminar
Veranstaltungsnummer
06LE11S-2015162
Kommentar
Das Hauptseminar soll sich mit einem bestimmen Staatstypus, dem dynastischen Großreich (composite monarchy) in der frühen Neuzeit aus-einandersetzen (der mindestens ebenso wichtig, wenn nicht deutlich wichtiger war als Vorformen des modernen Nationalstaates) und in einer vergleichenden Perspektive auch das anders strukturierte Osmanische Reich berücksichtigen. Was diese Großreiche verband, war das Spannungsverhältnis zwischen der Autonomie der einzelnen Teilreiche/Provinzen und dem Versuch, vor allem zu Zwecken der Kriegführung zum Teil aber auch im Sinne einer konfessionellen Homogenisierung eine stärkere Vereinheitlichung herbeizuführen, die jedoch dann selber wiederum oft neue Krisen hervorrief. Das Seminar soll seinen Blick auf diese Krisen (z. B. Katalanische Revolte von 1640 oder Schottische Revolution von 1638/39, oder Unruhen in Ungarn in den 1670er Jahren) richten, aber auch auf die Faktoren der Kohärenz in diesen Großreichen. Dazu konnte das Zusammenwachsen unterschiedlicher Eliten gehören, aber auch die dominante Stellung von Führungsgruppen ohne starke regionale Bindung (so eher im Osmanischen Reicht) sowie die vermittelnde Tätigkeit von local power brokers zwischen Zentrum und Peripherie.
Literatur
The Cambridge History of Turkey, Band: 3. The Later Ottoman Empire, 1603–1839, hg. von S. Faroqhi, Cambridge, 2006;  Stephan Wendehorst (Hg.), Die Anatomie frühneuzeitlicher Imperien, München 2015; Antonio Alvarez-Ossorio Alvariño (Hg.), La Monarquía des las Naciones. Patria, nación y naturaleza en la Monarquía de España, Madrid 2004; B. Bradshaw (Hg.), The British Problem, c. 1534-1707, Basingstoke 1996; C. Woodhead (HG.), The Ottoman World, 2013; Th. Winkelbauer, Ständefreiheit und Fürstenmacht, 2 Bde. Wien 2003.
 
 
Titel
Militär und Aufklärung
Dozierende
PD Dr. Isabelle Deflers
Uhrzeit
Dienstag, 12-14 Uhr c.t.
Raum
R 01 042, Alte Universität
Typ
Hauptseminar
Veranstaltungsnummer
06LE11S-2015163
Kommentar
Die seit einigen Jahrzehnten aufblühende neue Militärgeschichte beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen zwischen Militär und Gesellschaft. Laut dem Historiker Bernhard R. Kroener, der in diesem Gebiet bahnbrechende Arbeiten geleistet hat, sei das Verständnis der neuzeitlichen Geschichte nicht möglich, wenn man sich nicht auch mit den Implikationen des Krieges und den Strukturen des Militärs in Gesellschaft und Staat auseinandersetzte. Da allein im 18. Jahrhundert gut 60 Jahre Krieg mit deutscher Beteiligung herrschte, waren die Öffentlichkeit und insbesondere die Vertreter der Aufklärungsbewegung zwangsläufig mit Kriegsmaschinerie, Schlachten, Kriegspropaganda und politischen Folgen kriegerischer Gewalt konfrontiert. Als Angehörige einer ausgebildeten Elite blieben auch die Offiziere und Militärexperte von damals aufkommenden Wissenschaften und neuem Verständnis vom Menschen nicht unberührt.
Im HS werden wir sehen, wie die Öffentlichkeit auf dem Kriegsphänomen reagierte und wiederum inwiefern die Gedanken der Aufklärung die Kriegskunst beeinflusste.
 
Für die Lektüre der Quellen sind Französischkenntnisse erwüscht!
Literatur
Birgfeld, Johannes, Krieg und Aufklärung. Studien zum Kriegsdiskurs in der deutschsprachigen Literatur des 18. Jahrhunderts, 2 Bde., Hannover 2012; Guinier, Arnaud, L’honneur du soldat. Éthique martiale et discipline guerrière dans la France des Lumières (1748-1789), Seyssel 2014; Kroener, Bernhard R., Militär in der Gesellschaft. Aspekte einer neuen Militärgeschichte der Frühen Neuzeit, in: Was ist Militärgeschichte?, hg. v. Thomas Kühne und Benjamin Ziemann, Paderborn 2000, S. 283-299; Ders. und Ralf Pröve (Hgg.), Krieg und Frieden. Militär und Gesellschaft in der Frühen Neuzeit, Paderborn 1996; Kunisch, Johannes, Aufklärung und Kriegserfahrung. Der „Siebenjährige Weltkrieg“ 1756-1763 in klassischen Texten der Zeitzeugen: Archenholz, Friedrich der Große, Borié, Abbt, Frankfurt a. M. 1996.
 
 
Titel
Republiken in der frühen Neuzeit
Dozierende
PD Dr. Martin Faber
Uhrzeit
Freitag, 10-12 Uhr c.t.
Raum
HS 1023
Typ
Hauptseminar
Veranstaltungsnummer
06LE11S-20151618
Kommentar
Die frühe Neuzeit gilt gewöhnlich als die Epoche des Absolutismus, während der in den Staaten Europas die Macht der Fürsten immer größer und schließlich tendenziell unbegrenzt wurde. Doch daneben gab es auch gar nicht wenige Gemeinwesen, in denen es gar keinen regierenden König oder Fürsten gab. Und andere Staaten hatten zwar einen Herrscher, nannten sich aber trotzdem Republiken, weil dessen Kompetenzen stark eingeschränkt waren und die Macht hauptsächlich von anderen Gruppen ausgeübt wurde. Bei diesen Gruppen konnte es sich um Adlige, Bürger, Bauern und auch um Mischungen aus verschiedenen Ständen und Klassen handeln. Weil in diesen Gruppen Konkurrenz herrschte, waren Republiken oft unruhige Staaten, in denen die Verfassungen immer wieder geändert wurden. Manche Staaten waren auch zeitweise Monarchien und zeitweise Republiken, wie Florenz, England oder Schweden. Andere hatten eine relativ stabile republikanische Verfassung, wie die nördlichen Niederlande, die Schweizer Eidgenossenschaft, die polnische Adelsrepublik, die italienischen Stadtrepubliken Venedig und Genua und viele Städte im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, aber auch in anderen Ländern. Überall waren die machthabenden Schichten geneigt, ihre Staatsform als die bessere gegenüber der Monarchie darzustellen und sie ideologisch zu überhöhen. Dabei beriefen sie sich gerne auf antike Schriftsteller und auf die Bibel. Weil es aber ganz unterschiedliche Republiken gab, entwickelten sich auch unterschiedliche Republikanismen. Im Seminar sollen die verschiedenen republikanischen Staatsformen und Theorien nebeneinandergestellt und verglichen werden. Wie und warum haben sie sich entwickelt, welchen Beitrag haben sie zur Geschichte des politischen Denkens geleistet? So werden interessante Einblicke in frühneuzeitliche Gesellschaften möglich und deren Bedeutung für die heutige Welt erkennbar.
 
Literatur
Republiken und Republikanismus im Europa der frühen Neuzeit. Hg. von Helmut G. Koenigsberger. München 1988; Republicanism. A Shared European Heritage. 2 Bde. Hg. von Martin van Gelderen und Quentin Skinner. Cambridge 2002.
 
 
Titel
Kriege beenden. Friedensverträge der Neuzeit im Vergleich
(Masterseminar Komparative Geschichte)
Dozierende
Prof. Dr. Jörn Leonhard
Uhrzeit
Mittwoch, 10-13 Uhr c.t.
Raum
Übungsraum 2, KG IV
Typ
Masterseminar
Veranstaltungsnummer
06LE11S-2015168
Kommentar
Der Friedensvertrag von Versailles vom Juni 1919 markierte einen Bruch mit den Traditionen der neuzeitlichen Friedensverträge von Münster und Osnabrück 1648 und Wien 1815: Die Vorstellung des entkriminalisierten iustus hostis wurde zugunsten einer Moralisierung der Politik und der Zuweisung einer politisch, wirtschaftlich, aber auch moralisch instrumentalisierbaren „Schuld“ am Kriegsausbruch aufgegeben. Und dennoch beließ der Vertrag Deutschland auch nach der Niederlage von 1918 den Status einer kontinentaleuropäischen Großmacht: Im Gegensatz zum Mai 1945 stand am Ende des Ersten Weltkrieges keine bedingungslose Kapitulation. Das Hauptseminar fragt danach, wie man Kriege seit der Frühen Neuzeit durch Konferenzen und Verträge beendet hat, welche Vorstellungen Zeitgenossen mit dem Projekt „Frieden“ verbanden, wie sich Kulturen der politischen Kommunikation und Bedingungen von internationaler Stabilität veränderten, und wie sich Historiker dem Problem der Beurteilung von „Erfolg“ und „Scheitern“ solcher Konferenzen und Verträge nähern können. Im Mittelpunkt stehen die Friedensschlüsse von 1648, 1815 und 1918-1923, aber auch andere Friedenskonferenzen (etwa Paris 1856, Berlin 1878 und im Ausblick 1945) werden integriert.
Studienleistungen: Impulsreferat, Essays, Protokoll
 
Teilnahmebeschränkung: Nicht für Studierende der BA-Studiengänge Geschichte! 
Literatur
Kolb, Eberhard, Der Frieden von Versailles, München 2005; Jörn Leonhard, Bellizismus und Nation. Kriegsdeutungen und Nationskonzepte in Europa und den Vereinigten Staaten 1850-1914, München 2008; Marie-Louise von Plessen (Hg.), Idee Europa: Entwürfe zum "Ewigen Frieden". Ordnungen und Utopien für die Gestaltung Europas von der pax romana zur Europäischen Union, Berlin 2003; Klaus Bussmann und Heinz Schilling (Hg.), 1648: Krieg und Frieden in Europa. Politik, Religion, Recht und Gesellschaft, München 1998; Wolfram Pyta (Hg.), Das europäische Mächtekonzert. Friedens- und Sicherheitspolitik vom Wiener Kongress 1815 bis zum Krimkrieg 1853, Köln 2009.
 
 
Titel
Russland 1890-1921
Dozierende
Prof Dr. Dietmar Neutatz
Uhrzeit
Dienstag, 10-12 Uhr c.t.
Raum
HS 4429
Typ
Hauptseminar
Veranstaltungsnummer
06LE11S-20151619
Kommentar
Zwischen 1890 und 1921 durchlief Russland gegenläufige Wandlungsprozesse. Um die Jahrhundertwende erzeugte der gesellschaftliche und ökonomische Wandel durch Industrialisierung, Urbanisierung und eine beginnende gesellschaftliche Politisierung bei gleichzeitigem Festhalten der Autokratie am überkommenen politischen System Widersprüche und Konflikte, die in die Revolutionen von 1905 und 1917 mündeten. Die Abschüttelung der Zarenherrschaft in der Februarrevolution 1917 eröffnete Russland für einige Monate die Perspektive auf einen demokratischen Entwicklungspfad. Die Machtergreifung der Bolschewiki im Oktober 1917 bewirkte jedoch einen radikalen Richtungswechsel und Bruch mit bis dahin geltenden bzw. angestrebten Normen und Werten. Die Umgestaltungsvisionen der Bolschewiki waren nur mit Gewalt umzusetzen und mündeten in einen Bürgerkrieg, der Millionen Opfer forderte und das Land an den Rand des Abgrunds brachte. Im Seminar sollen diese Entwicklungen über die Zäsuren von 1914 und 1917 hinweg diskutiert werden. Es werden keine Referate gehalten, sondern wir setzen uns mit dem Thema in bewährten Formen gemeinsamer Arbeit auseinander.
Literatur
Hildermeier, Manfred: Geschichte Russlands. Vom Mittelalter bis zur Oktoberrevolution. München 2013. Ders.: Russische Revolution. Frankfurt am Main 2004. Neutatz, Dietmar: Träume und Alpträume. Eine Geschichte Russlands im 20. Jahrhundert. München 2013. The Cambridge History of Russia. Vol. II: Imperial Russia, 1689-1917. Hg. v. Dominic Lieven. Cambridge 2006. Vol. III: The Twentieth Century. Hg. v. Ronald Grigor Suny. Cambridge 2006.
 
 
Titel
Erster Weltkrieg und Region - Gesellschaftsgeschichte Südbadens 1913-1923
Dozierende
Prof. Dr. Willi Oberkrome
Uhrzeit
Freitag, 10-13 Uhr c.t.
Raum
HS 1021
Typ
Hauptseminar
Veranstaltungsnummer
06LE11S-2015161
Kommentar
Obwohl wir durch Roger Chickerings Standardwerk über ‚Freiburg im Ersten Weltkrieg‘ recht gut über das nähere Thema unterrichtet sind, wendet sich die Veranstaltung an Studierende, die Rechercheinteressen an einschlägigen unveröffentlichten wie auch veröffentlichten Quellen hegen. Zur südbadischen Gesellschaftsgeschichte der ersten Weltkriegsepoche bieten die kommunalen und regionalen Archive ein reiches, aussagekräftiges Material. Welche konkreten Fragestellungen seine Auswertung bestimmen, soll zu Beginn des Seminars in Absprache mit den Teilnehmenden festgelegt werden. Allerdings wird die Nachkriegszeit aus verschiedenen Gründen einen Schwerpunkt bilden müssen: die Gründung des ersten Vertriebenenverbandes durch die aus dem Elsass verdrängten Deutschen in der Freiburger Gaststätte ‚Laubfrosch‘, die teilweise eskalierenden sozialen und politischen Konflikte der Umbruchphase 1919/20 sowie die oft verkannten unmittelbaren Folgen der Ruhrbesetzung im Januar 1923 für das gesamte Gebiet des Oberrheins sprechen wohl unstreitig dafür. Die regionalgeschichtliche Betrachtung zwingt, um nicht in den methodischen Arglosigkeiten und der disziplinären Kirchturmperspektive einer wenig ambitionierten Heimatgeschichte zu versanden, zur gründlichen Kenntnisnahme der analogen nationalen bzw. internationalen Entwicklung.
Literatur
Literatur: neben Chickering zum Gesamtkontext Jörn Leonhard, Die Büchse der Pandora. Geschichte des Ersten Weltkriegs, München 2014.
 
 
Titel
Kolonialismus in der Provinz am Beispiel Freiburgs
Dozierende
Prof. Dr. Sylvia Paletschek / Dr. Prof. Bernd Grewe / PD Dr. Catherine Repussard
Uhrzeit
Mittwoch, 10-12 Uhr c.t.
Raum
HS 4429
Typ
Hauptseminar
Veranstaltungsnummer
06LE11S-2015166
Kommentar
Prof. Dr. Sylvia Paletschek, in Zusammenarbeit mit der PH Freiburg,Prof. Dr. Bernd Grewe sowie PD Dr. Catherine Repussard, Universität Straßburg

Ziel dieses forschungsorientierten Hauptseminars, das in Kooperation mit der PH Freiburg sowie der Universität Straßburg stattfindet, ist es, am Beispiel von Freiburg und Straßburg Kolonialismus in der ‚Provinz‘ und konkret vor Ort zu untersuchen. Die vielfältigen Verflechtungen von Kolonialismus und Stadtgeschichte (z.B. hinsichtlich der Akteure, in Universität und Wissenschaft, Kirche, Wirtschaft, aber auch im Kulturleben und in den Imaginationen) sollen untersucht werden. Der vergleichende Blick auf Freiburg und Straßburg soll es ermöglichen, eine vertiefende Perspektive auf den Oberrhein als ‚Weltregion‘ zu entwickeln. Das Seminar setzt die Bereitschaft zu intensiver Quellenarbeit voraus.
Das Seminar findet wegen der sonst nicht anders zu ermöglichenden Kooperation mit Straßburg in Teilen als Blockveranstaltung statt, für die Samstag, 7.11. (in Straßburg), sowie 21.11. und 12.12. (in Freiburg) vorgesehen sind. Diese Termine sind verpflichtend, bitte unbedingt schon vormerken.
Eine Fortsetzung des Seminars ist für das Sommersemester geplant; hier soll die Erarbeitung didaktischer Konzepte bzw. einer geschichtskulturellen Umsetzung des Themas im Zentrum stehen.
Anmeldung für das Hauptseminar bitte über His in One. Wenn Nachfragen bestehen, bitte per email an Sekretariat.Paletschek@geschichte.uni-freiburg.de
Literatur
 
 
 
Titel
Martin Heidegger und die Universität Freiburg
Dozierende
Prof. Dr. Sylvia Paletschek / Prof. Dr. Hans-Helmuth Gander
Uhrzeit
Dienstag, 10-12 Uhr c.t.
Raum
Übungsraum 2, KG IV
Typ
Hauptseminar
Veranstaltungsnummer
06LE11S-2015167
Kommentar
Prof. Dr. Sylvia Paletschek, in Kooperation mit Prof. Dr. Hans-Helmuth Gander, Philosophisches Seminar
 
Nicht erst seit Erscheinen der „Schwarzen Hefte“ ist der Freiburger Philosoph Martin Heidegger und der Umgang der Universität Freiburg mit seinem Erbe in die öffentliche Diskussion gerückt. Ziel des Hauptseminars ist es, aus historischer sowie philosophischer Perspektive Martin Heideggers Wirken an der Universität Freiburg zu untersuchen. Dabei stehen sein konkretes hochschulpolitisches Wirken und seine Netzwerke, aber auch die Verbindung von Philosophie und Politik in seinem Denken und Handeln im Zentrum.
 
WICHTIG --- Anmeldemodi: Zu dieser Veranstaltung werden jeweils 15 Studierende der Geschichtswissenschaft und 15 Studierende der Philosophie zugelassen. Für die Anmeldung über das Fach Geschichte befolgen Sie bitte die geltenden Anmeldemodi des Historischen Seminars. Für die Anmeldung über das Fach Philosophie wenden Sie sich bitte an Ihre Studiengangskoordination.
Anmeldung für das Hauptseminar für die Geschichtsstudierenden bitte über HISinOne. Philosophiestudierende melden sich bitte per email bei Prof. Dr. Hans-Helmuth Gander an. Wenn Nachfragen bestehen, bitte per email an Sekretariat.Paletschek@geschichte.uni-freiburg.de
Literatur
 
 
  
Titel
Die nationalsozialistischen Konzentrationslager
Dozierende
PD Dr. Karin Orth
Uhrzeit
Montag, 14-16 Uhr c.t.
Raum
Übungsraum 2, KG IV
Typ
Hauptseminar
Veranstaltungsnummer
06LE11S-20151617
Kommentar
Die nationalsozialistischen Konzentrationslager gelten als zugespitzter Ausdruck der Unmenschlichkeit des NS-Regimes. Sie symbolisieren die enge Verbindung zwischen der terroristischen Unterdrückung der innenpolitischen Gegner des "Dritten Reiches" und der Vernichtungspolitik gegenüber den europäischen Juden und anderen ethnischen und sozialen Gruppen. War noch vor einigen Jahren der Kenntnisstand über die Konzentrationslager gering, so liegt heute eine Fülle von Literatur vor, und die Konzentrationslager sind darüber hinaus zu einem gängigen Begriff der allgemeinen historisch-politischen Meinungsbildung geworden. Das Seminar zielt darauf ab, die Geschichte des KZ-Systems thematisch breit zu erschließen und ausgewählte Konzentrationslager in ihrer Geschichte, Struktur und Organisation in vergleichender Absicht zu analysieren.

Bemerkung: Vorgesehen ist eine Exkursion in eine KZ-Gedenkstätte, um das ehemalige Lagergelände zu besichtigen und einige Tage im Archiv zu arbeiten.
Literatur
Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, 9 Bände, hg. von Wolfgang Benz und Barbara Distel, München 2005-2009.
 
 
Titel
Die USA im Zweiten Weltkrieg
Dozierende
Dr. Helke Rausch
Uhrzeit
Montag, 16-19 Uhr c.t.
Raum
R 3, Peterhof
Typ
Hauptseminar
Veranstaltungsnummer
06LE11S-20151611
Kommentar
In erster Linie eine Reaktion auf den japanischen Angriff auf die US-Pazifikflotte in Pearl Harbor, schalteten sich die USA im Dezember 1941 in den Zweiten Weltkrieg ein. Das Seminar untersucht, wie die Kriegsereignisse seither auf die US-amerikanische „home-front“ zurückwirkten. Zu untersuchen sind die politischen Debatten um Kriegseintritt und Kriegsziele und die innenpolitischen Reaktionen auf die problematische Haltung der Roosevelt-Administration angesichts des Genozids an den Juden. Für die Endphase des Krieges drängt sich die Frage auf, ob die US-amerikanischen Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki im August 1945 auch innenpolitische Bodenwellen in den USA auslösten. Daneben kommen die Transformationen von Staat und Wirtschaft und die Konsequenzen des Kriegs für den binnenamerikanischen Konsum in den Blick. Zu klären ist weiterhin, wie der Krieg die Geschlechterrollen und die soziale Arithmetik der multiethnischen US-Gesellschaft veränderte, welche Kriegserfahrungen gerade African Americans und die zuhauf internierten Asian Americans im Kontext einer restriktiven Immigrationspolitik machten. Zuletzt geht es um die Frage, wie der Krieg in die Nach-Kriegsphase hineinwirkte: wann und wie hat sich die ‚heimatliche‘ Zivilgesellschaft nach 1945 den heterogenen Fronterfahrungen US-amerikanischer Veteranen geöffnet und wie ging sie damit um? Wie verarbeitete man in den USA die Kriegserinnerung medial (Denkmäler, Hollywood-Filme etc.) und wie eben oder zerfurcht ist die Erinnerungslandschaft, die die ‚moderne‘ US-Demokratie inzwischen im Blick auf diesen Krieg pflegt?
Literatur
Kurt Piehler, Sidney Pash (Hgg.), The United States and the Second World War: New Perspectives on Diplomacy, war, and the home front, New York 2010.
 
 
Titel
Ein verlorenes Jahrzehnt? Die 1970er Jahre in Westeuropa
Dozierende
Dr. Sonja Levsen
Uhrzeit
Donnerstag, 13-16 Uhr c.t.
Raum
HS 4429
Typ
Hauptseminar
Veranstaltungsnummer
06LE11S-20151647
Kommentar
Das Hauptseminar widmet sich jenem Jahrzehnt, das als Phase „nach dem Boom“ in jüngster Zeit in den Fokus der deutschen Zeitgeschichtsschreibung gerückt ist. Sein Image ist das eines Jahrzehnt des Niedergangs: Die Dekade gilt als Epoche der Krise, des wirtschaftlichen „Strukturwandels“ mit steigender Arbeitslosigkeit – und eines parallel dazu sich vollziehenden „Wertewandels“. Im Hauptseminar wollen wir auf der Grundlage der jüngsten Forschungen zu den 1970er Jahren – mit Fokus vor allem  auf Großbritannien, Frankreich und Westdeutschland – genauer nach dem Charakter der 1970er, nach Unterschieden und Gemeinsamkeiten zwischen diesen Ländern, nach dem Ausmaß und den Folgen von Verflechtungen und Transfers fragen. Welche Folgen hatten transnationale Prozesse wie der wirtschaftliche „Strukturwandel“ und der damit verbundene soziale Wandel in den jeweiligen Ländern? Welche Akteure beeinflussten diese Unterschiede, welche Handlungsmacht hatte der Nationalstaat? Thematisch rücken „Wirtschaft“ und „Gesellschaft“ mit Themen vom Strukturwandel der Industrie über den Terrorismus bis hin zu Abtreibungsdebatten in den Fokus – und die umstrittene Frage, ob und wie diese Entwicklungen miteinander in Zusammenhang standen. Französische Lesekenntnisse sind sehr willkommen, aber keine Teilnahmevoraussetzung.
Literatur
Jarausch, Konrad H. (Hrsg.): Das Ende der Zuversicht? Die 1970er Jahre als Geschichte, Göttingen 2008; Doering-Manteuffel, Anselm/Lutz Raphael: Nach dem Boom. Perspektiven auf die Zeitgeschichte seit 1970, 3., erg. Aufl., Göttingen 2012; Black, Lawrence/Hugh Pemperton/Pat Thane (Hrsg.): Reassessing 1970s Britain, Manchester 2013; Chassaigne, Philippe: Les années 1970. Fin d'une monde et origine de notre modernité, Paris 2008.
 
 
Titel
Sport und Gesellschaft (Masterseminar Komparative Geschichte)
Dozierende
Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Brüggemeier / Dr. Heinz Krieg
Uhrzeit
Montag,16-18 Uhr c.t.
Raum
HS 4429
Typ
Masterseminar
Veranstaltungsnummer
06LE11S-20151626
Kommentar
Sport ist schon lange mehr als ein bloßes Freizeitvergnügen oder ein Thema, das nur einige Fans interessiert. Er hat vielmehr gerade in den letzten Jahrzehnten einen globalen Siegeszug angetreten, hat sich als wichtiger Wirtschaftsfaktor etabliert, ist Dauerthema in den Medien und wird allgemein als Merkmal moderner Gesellschaften gesehen, das im 19. Jahrhundert seinen Ursprung hatte und bis dahin allenfalls in kleinen Ansätzen bestand. Zu dieser Auffassung trug auch bei, dass die Geschichtswissenschaften sich lange mit diesem Thema nicht befasst haben, so dass das Wissen über die Geschichte des Sports sehr begrenzt blieb. Diese Situation hat sich geändert. Inzwischen liegen zahlreiche Untersuchungen vor, und wir wissen nicht nur, dass der Sport eine lange Vorgeschichte besitzt, sondern dass er auch sehr interessante Einblicke in die unterschiedlichen Gesellschaften erlaubt, in denen er betrieben wurde und wird.
Entsprechend spannt das MA-Seminar einen weiten zeitlichen Bogen, der bis in die Antike reicht. Der zeitliche Schwerpunkt liegt jedoch auf dem Mittelalter und neueren Entwicklungen seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert.
 
Es besteht die Möglichkeit, an einer Exkursion nach Dortmund in das neue Fußballmuseum des DFBs teilzunehmen. Angedacht als Termin sind der 22. und 23. Januar 2016. Ob genug Interesse besteht und wer sich dafür anmelden möchte, soll in der ersten Sitzung des Seminars besprochen werden.
 
Teilnahmebeschränkung: Nicht für Studierende der BA-Studiengänge Geschichte!
 
Literatur
Wolfgang Behringer, Kulturgeschichte des Sports. Vom antiken Olympia bis ins 21. Jahrhundert, München 2012; Peter Jezler, Peter Niederhäuser und Elke Jezler (Hg.), Ritterturnier. Geschichte einer Festkultur, Luzern 2014.
 
 
Titel
Energie und Politik im 19. und 20. Jahrhundert
Dozierende
Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Brüggemeier
Uhrzeit
Montag 14-16 Uhr c.t.
Raum
HS 4429
Typ
Hauptseminar
Veranstaltungsnummer
06LE11S-20151625
Kommentar
Die aktuellen Bemühungen um eine Energiewende unterstreichen einmal mehr, wie wichtig Energie für Industriegesellschaften ist. Und sie zeigen, dass deren Bereitstellung und Nutzung nicht lediglich technische Aspekte berührt, sondern in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zentrale Fragen aufwirft. Damit befasst sich das Seminar. Es beginnt mit der Zeit vor der Industrialisierung und fragt, welche Formen der Energie damals zur Verfügung standen bzw. ob der Energiebegriff dafür überhaupt angemessen ist. Danach werden die unterschiedlichen Bemühungen behandelt, ein ausreichendes Angebot an Energie zu sichern, ebenso die damit verbundenen Energiewenden und nicht zuletzt die oft erheblichen – auch kriegerischen - Konflikte, die mit der Bereitstellung und Nutzung von Energie verbunden waren und weiterhin sind.
Literatur
Timothy Mitchell, Carbon Democracy. Political Power in the Age of Oil, London 2011; Vaclav Smil, Energy in World History, Boulder 1994
 
 
Titel
Taiwan – der lange Weg zur Demokratie
Dozierende
Prof. Dr. Sabine Dabringhaus
Uhrzeit
Montag, 8-10 Uhr c.t.
Raum
Übungsraum 2, KG IV
Typ
Hauptseminar
Veranstaltungsnummer
06LE11S-20151631
Kommentar
Nach vier Jahrhunderten der Kolonialgeschichte ist Taiwan heute die einzige chinesische Demokratie. Im Seminar wollen wir diese Entwicklung zurückverfolgen. Sie beginnt 1517 mit der portugiesischen Entdeckung der Insel, die „Formosa“ („die schöne Insel“) getauft wurde. Mit ihrer Kolonisierung durch die niederländische Handelskompagnie 1624 begann zugleich die Geschichte der chinesischen Migration. Ab 1684 war Taiwan Teil des weit über China hinaus bis nach Zentralasien expandierenden sino-mandschurischen Qing-Reiches. Eine erste Phase umfassender Modernisierung fiel in die Zeit der japanischen Kolonialherrschaft (1895-1945). Staatliche Souveränität erhielt Taiwan nach der Flucht der nationalchinesischen Guomindang-Regierung vor den Kommunisten Maos auf die Insel. Es folgten Jahrzehnte der Diktatur. Erst die Aufhebung des Kriegsrechts von 1987 und die Wahl eines Präsidenten, der nicht der GMD angehörte, signalisierten einen vorsichtigen Wandel in Richtung Demokratie. Wie dieser kurze historische Abriss nur andeuten kann, spricht die Geschichte Taiwans zahlreiche zentrale Begriffe der historischen Forschung an wie z.B. Kolonialismus, Transnationalität, Migration, Modernisierung, Interkulturalität.
Literatur
John F. Cooper, Taiwan: Nation-State or Province? (Boulder,Col.); Jonathan Manthorpe, Forbidden Nation: A History of Taiwan (New York 2008); Denny Roy, Taiwan: A Political History (Cornell 2002); Murray A. Rubinstein, Taiwan: A New History (Abingdon 2007); 
 
 
Titel
Theorie der Interdisziplinären Anthropologie
Dozierende
Prof. Dr. Cornelia Brink
Uhrzeit
Donnerstag, 14-17 Uhr c.t.
Raum
R 202, Breisacher Tor
Typ
Hauptseminar
Veranstaltungsnummer
06LE11S-20151624
Kommentar
Die Fragen und Forschungsfelder, mit denen sich AnthropologInnenaus verschiedenen Wissenschaften beschäftigen, sind vielfältig. Sie reichen von der menschlichen Evolution und der biologischen Variabilität des Menschen über die Auseinandersetzung mit aktuellen und historischen Menschenbildern, wie sie sich in Texten, künstlerischen und wissenschaftlichen Darstellungen finden, bis hin zur Untersuchung sozialer und kultureller Praktiken, symbolischer Formen und deren historischem Wandel. Das Hauptseminar soll theoretische Grundlagen liefern, um anthropologische Fragen im fächerübergreifenden Dialog zu erarbeiten. Gleichzeitig wird praktisch erprobt, was „Interdisziplinarität“ in universitären Lehrveranstaltungen heißen kann. Das Seminar ist als Lektürekurs angelegt und verlangt von den TeilnehmerInnen eine intensive Auseinandersetzung mit anspruchsvollen wissenschaftlichen Texten in deutscher und englischer Sprache.
 
Das Seminar richtet sich zuerst an Studierende des Master-Studiengangs „Interdisziplinäre Anthropologie“. Interessierte aus den geschichtswissenschaftlichen Studiengängen sind willkommen, sofern zu Semesterbeginn freie Plätze vorhanden sind.
Literatur
 
 
 
Titel
Geschichtstheorien der Moderne und Gegenwart (Masterseminar Theorie und Methoden)
Dozierende
Prof. Dr. Sitta von Reden
Uhrzeit
Donnerstag, 14-16 Uhr c.t.
Raum
R 01 020B, Hermann-Herder-Str. 9
Typ
Masterseminar
Veranstaltungsnummer
06LE11Ü-W1533
Kommentar
So sehr eine Ideologisierung von Geschichte zu vermeiden ist, so sehr ist auch eine vermeintlich objektive Beschreibung von Vergangenheiten nicht möglich. Geschichtsschreibung bezieht sich immer auf die gesellschaftlichen, sozialen und politischen Interessen der Zeit in der sie entsteht. Geschichtstheorien spiegeln daher auf abstrakter Ebene die Interessenlagen und Erkenntnisziele von Gesellschaften und ihren Historikern wider. In diesem Hauptseminar/Übung sollen die wichtigsten Geschichtstheorien der Moderne und Gegenwart vorgestellt und diskutiert werden, um einen sowohl bewussteren als auch verantwortlicheren Umgang mit der Frage, warum wir Geschichte schreiben oder studieren, zu ermöglichen. Gleichzeitig werden wir der Frage näher kommen was die Ziele gegenwärtiger Geschichtsschreibung sind oder ob wir das „Ende der Geschichte“ wie es bisweilen provokant formuliert wird erreicht haben. Wir beginnen mit zentralen geschichtsphilosophischen Texten des 19. Jh.s und enden mit neueren Arbeiten zur Auflösung von Raum und Zeit in der Big History des 21. Jahrhundert.
 
Das Seminar kann als Hauptseminar im Masterstudiengang Geschichte oder als Übung in allen anderen historischen Studiengängen belegt werden. Die Studien- bzw. Prüfungsleistungen werden entsprechend der zu erzielenden ECTS angepasst.
Literatur
J. Baberowski, Der Sinn der Geschichte. Geschichtstheorien von Hegel bis Foucault. München 2005. (Kap. 4, 6-11)
G. G. Iggers, Geschichtswissenschaft im 20. Jh. Göttingen 2007.
M. Völkel, Geschichtsschreibung. Köln 2006, S 341 ff.

 

 

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