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Übungen

Übungen in Alter Geschichte

 
Titel
Analyse von althistorischen Textquellen
Dozierende
Dr. Felix Maier
Uhrzeit
Mi., 14-16 Uhr
Raum
HS 1187
Typ
Übung
Veranstaltungsnummer
06LE11Ü-S1501
Kommentar
In dieser Veranstaltung sollen der Umgang mit griechischen und römischen Textquellen geübt und adäquate Herangehensweisen an Texte aus verschiedenen Genres erschlossen werden. Die Übung richtet sich auch an Kandidaten, die kurz vor dem Staatsexamen stehen und dient der Vorbereitung auf den Quellenteil der schriftlichen Prüfung. Griechisch- und Lateinkenntnisse sind keine Voraussetzung zur Teilnahme.
Literaturhinweise
 
 

Übungen in Mittelalterlicher Geschichte

 
Titel
Übersetzung mittelalterlicher Quellen
Dozierende
Dr. Christine Kleinjung
Uhrzeit
Do., 10-12 Uhr
Raum
HS 4450
Typ
Übung
Veranstaltungsnummer
06LE11Ü-201519
Kommentar
In dieser Übung sollen zwanglos Lateinkenntnisse aufgefrischt werden mittels gemeinsamer Lektüre und Übersetzung von Quellen, die aus mittelalterlichen Männer- und Frauenklöstern des Oberrheingebiets stammen.
Literaturhinweise
 
 
 
Titel
Kaiser Maximilian I. Quellenlektürekurs
Dozierende
Pia Eckhart
Uhrzeit
Mo., 14-16 Uhr
Raum
Peterhof – Raum 1
Typ
Übung
Veranstaltungsnummer
06LE11Ü-20158
Kommentar
In die lange Regierungszeit von Kaiser Maximilian I. (1486-1519) fallen nicht nur wichtige Ereignisse wie der Reformreichstag 1495, der Schwabenkrieg 1499 oder der Ausgriff des Hauses Habsburg auf das Herzogtum Burgund und die iberische Halbinsel, die alle durch eine Fülle von Quellen dokumentiert sind. Maximilian I. betrieb auch zu Lebzeiten energisch die Sicherung seiner eigenen Memoria. So entstanden in seinem Auftrag historiographische, genealogische und literarische Werke, berühmte Künstler wie Albrecht Dürer, Bernhard Strigel schufen Kunstwerke für den Kaiser. Hervorzuheben ist auch Maximilians Förderung der spätmittelalterlichen ritterlichen Kultur und des Turnierwesens.
In der Übung sollen vor diesem Hintergrund der Umgang und die Interpretation ganz unterschiedlicher Quellengattungen gemeinsam erprobt werden: Schrifttum unterschiedlicher Kontexte ebenso wie Bildquellen und Kunstwerke oder Sachquellen wie spätmittelalterliche Gebrauchsgegenstände oder Waffentechnik.
Literaturhinweise
Sabine Haag (Hrsg.), Kaiser Maximilian I. Der letzte Ritter und das höfische Turnier. Begleitbuch zur Ausstellung vom 13.4.2014 - 9.11.2014 Museum Zeughaus (Publikationen der Reiss-Engelhorn-Museen 61), Regensburg 2014; Jan-Dirk Müller, Literatur u. Hofgesellschaft um Maximilian I. (Forschungen zur Geschichte der älteren deutschen Literatur 2), München 1982.
 
 
Titel
Mittelalterliche Alltagskultur in Kirche und Kloster
Dozierende
Dr. Heinz Krieg
Uhrzeit
Mo., 14-16 Uhr
Raum
Breisacher Tor – Raum 206
Typ
Übung
Veranstaltungsnummer
06LE11Ü-201521
Kommentar
Die einführende Übung behandelt alltägliche Formen religiösen Lebens und Denkens. Dabei eröffnet sich zunächst ein vielfältiges und breites Beobachtungsfeld, das eine Annäherung an unterschiedliche Aspekte mittelalterlicher Alltagskultur ermöglicht. Ein besonderes Augenmerk soll in diesem Zusammenhang nicht zuletzt auch Wandlungen vom frühen zum späten Mittelalter gelten. Da die Lehrveranstaltung eine Kooperation mit den Abteilungen „Mode und Textil“ sowie „Ernährung und Konsum“ des Lehramtsfachs „Alltagskultur und Gesundheit“ der PH Freiburg darstellt, werden sich dadurch auch entsprechende inhaltliche Schwerpunkte ergeben.

Im Rahmen der Übung wird auch eine Tagesexkursion zur Insel Reichenau und nach St. Gallen (am 28. Mai 2015) angeboten.
Literaturhinweise
Arno Borst, Lebensformen im Mittelalter, Hamburg 2013; Heinrich Fichtenau, Lebensordnungen des 10. Jahrhunderts: Studien über Denkart und Existenz im einstigen Karolingerreich, 2. Auflage, München 1994 (zuerst in der Reihe: Monographien zur Geschichte des Mittelalters 30, 1/2, Stuttgart 1984); Hans-Werner Goetz, Leben im Mittelalter. Vom 7. bis zum 13. Jahrhundert, 7. Auflage, München 2002; Katrin Kania, Kleidung im Mittelalter. Materialien - Konstruktion - Nähtechnik, Köln 2010.
 
 
Titel
Hermann von Reichenau - Geschichtsschreibung, Naturwissenschaft und Theologie im hochmittelalterlichen Kloster
Dozierende
Johannes Waldschütz/Michael Schonhardt
Uhrzeit
Mo., 10-12 Uhr
Raum
Breisacher Tor – Raum 105
Typ
Übung
Veranstaltungsnummer
06LE11Ü-201533
Kommentar
Schon seinen Zeitgenossen galt er als „Wunder des Jahrhunderts“ (Augsburger Annalen): Trotz einer schwerwiegenden körperlichen und sprachlichen Behinderung betätigte er sich auf den vielfältigsten Gebieten, war Historiker und Komputist, Mathematiker und Astronom, Dichter und Komponist.
Einer adeligen Familie der Bodenseeregion entstammend kam Hermann in jugendlichem Alter zur Ausbildung ins bedeutende Inselkloster Reichenau, wurde dort später Mönch und widmete sich den Wissenschaften. Hermanns Oeuvre eignet sich hervorragend, um einen allgemeinen Einblick in die hochmittelalterliche Klosterkultur Süddeutschlands zu erlangen, in der Theologie, Geschichtsschreibung und Naturwissenschaft noch keine klar getrennten Bereiche des Geisteslebens darstellten. Er gilt daher zuweilen als „Universalgenie“ des 11. Jahrhunderts.
Die Übung wird einerseits Hermanns Geschichtsschreibung und (Musik)-Dichtung in den Blick nehmen; andererseits seine bedeutenden Schriften zum Quadrivium (also Arithmetik, Geometrie, Astronomie und Musik) thematisieren. So zum Beispiel das Werk De mensura astrolabii, mit dem er das arabische Astrolab in Mitteleuropa verbreitete und die mittelalterliche Astronomie und Zeitberechnung auf revolutionäre Weise veränderte.
In der Übung sollen durch Lektüre von Literatur und Quellen die verschiedenen Tätigkeitsfelder Hermanns, zentrale Bereiche monastischer Bildung, erschlossen und in ein Verhältnis zur religiösen Weltsicht des Klosters gesetzt werden. Dabei soll auch mit digitalisierten Handschriften und nachgebildeten astronomischen Instrumenten gearbeitet werden.
 
Mit der Übung ist eine ein- bis zweitägige Exkursion verbunden.
 
Literaturhinweise
Walter Berschin/Martin Hellmann, Hermann der Lahme: Gelehrter und Dichter, 1013 - 1054. Heidelberg 2005; Brigitte Englisch, Zum Spannungsfeld von Chronographie und Autobiographie in der Weltchronistik des Hermann von Reichenau, in: Gudrun Gleba (Hg.), Instrumentalisierung von Historiographie im Mittelalter. Berlin 2000, S. 17-29; Nadja Germann, De temporumratione: Quadrivium und Gotteserkenntnis am Beispiel Abbos von Fleury und Hermanns von Reichenau. Leiden 2006; Michael Schonhardt: De mensuraastrolabii: wie und warum man sich ein Astrolab basteln sollte, in: Quadrivium. Wissenskulturen im Reich des 12. Jahrhunderts, 15.03.2014, http://quadrivium.hypotheses.org/162 (ISSN 2198-8366); Thomas McCarthy, Music, scholasticismandreform: Salian Germany 1024-1125. Manchester 2008.
 
 
Titel
Dt.-frz. Forschungsatelier "Junge Mediävistik IV" (Provence)
Dozierende
Dr. Jessika Nowak
Uhrzeit
Di., 12-14 Uhr
Raum
HS 1142
Typ
Übung
Veranstaltungsnummer
06LE11Ü-201526
Kommentar
Der vierte Teil des deutsch-französischen Forschungsateliers soll auf drei Pfaden den Zugang zur französischsprachigen Wissenschafts- und Forschungslandschaft erleichtern.
Zunächst soll im Rahmen der Übung eine Tagung vorbereitet werden, die am Ende der vorlesungsfreien Zeit stattfindet und bei der alle Kursteilnehmer u. a. als Moderatoren fungieren werden. Wie bei den früheren Forschungsateliers soll auch diesmal eine bestimmte Kernlandschaft im Mittelpunkt stehen. Der Fokus wird bei diesem Atelier auf die Provence gerichtet werden und schwerpunktmäßig der Vorstellung jener Arbeiten dienen, die derzeit zu diesem Raum in Entstehen begriffen sind oder jüngst abgeschlossen wurden.
Zudem sollen die Beiträge der letzten Tagung im Rahmen dieses Kurses für eine Publikation, die in Printform wie per open access erfolgt, aufbereitet werden, sodass auch auf diesem Weg weitere
Einblicke in derzeit aktuelle Forschungsfelder gewonnen werden.
Den dritten Zugang bildet der Aufbau eines deutsch-französischen studentenorientierten Forschungsportals, das den Namen ‚consilium et auxilium‘ trägt und u. a. Informationen zu derzeit entstehenden deutsch- und französischsprachigen Abschluss- und Qualifikationsarbeiten bietet und für Studierende wertvolle Informationen, etwa zur deutschen und französischen Archiv- und Bibliothekslandschaft sowie zu Karrierewegen, Stipendien und Sommerschulen, enthält.
Am 30./31. Mai soll eine kleine Exkursion stattfinden. Da eine Fahrt in die Provence in diesem kurzen Zeitfenster nicht sinnvoll wäre, soll statt den zentralen Stätten in „Niederburgund“ der wichtigste Ort des Mitte des 10. Jahrhunderts mit dem Königreich Provence verschmolzenen „Hochburgund“ aufgesucht werden: Gemeinsam mit Herrn Professor Dr. Jan Rüdiger und 15 Basler Studierenden werden wir an diesen Tagen Saint-Maurice besichtigen, wo Rudolf I. sich im Jahre 888 zum König erheben ließ. Eine Teilnahme an der Exkursion ist nur in Verbindung mit dem Besuch der Übung möglich.
Literaturhinweise
 
  
 
Titel
Friedrich Barbarossa im Museum (II) - ein Ausstellungsprojekt
Dozierende
Dr. Heinz Krieg
Uhrzeit
Mi., 16-18 Uhr
Raum
Breisacher Tor – Raum 104
Typ
Übung
Veranstaltungsnummer
06LE11Ü-201539
Kommentar
Es handelt sich hierbei um die Fortsetzung der Übung des letzten Wintersemesters zur Vorbereitung einer Ausstellung über Friedrich Barbarossa im Stadtmuseum Göppingen. Die Teilnahme ist daher auf diejenigen Studierenden beschränkt, die auch schon die entsprechende Übung im WS 2014/15 absolviert haben.
Literaturhinweise
 
  

Übungen in Neuerer und Neuester Geschichte

 
Titel
Einführung in Paläographie und Aktenkunde aus dem Zeitraum 1849 bis 1949
Dozierende
PD Dr. Thomas Menzel
Uhrzeit
Mi., 16-18 Uhr
Raum
Peterhof – Raum 1
Typ
Übung
Veranstaltungsnummer
06LE11Ü-201538
Kommentar
Die Teilnehmer der Übung sollen anhand von Kopien aus Akten des Bundesarchiv-Militärarchivs sowohl Kenntnisse über Geschäftsgangprozesse als auch Fertigkeiten im Umgang mit Originalakten gewinnen. Die im Unterricht behandelten Dokumente sind daher sowohl inhaltlich zu erfassen als auch hinsichtlich ihres Entstehungszusammenhangs zu analysieren. Ein Schwerpunkt der Übung wird in der Erwerbung von Lesebefähigung zeitgenössischer Handschriften und Geschäftsgangkürzel liegen.
Es werden amtliche Dokumente militärischer Dienststellen aus dem Zeitraum von 1849 bis 1949 behandelt, mit einem Schwerpunkt auf der Kaiserlichen Marine.
Ein Sitzungstermin wird im Bundesarchiv-Militärarchiv in Freiburg stattfinden, incl. Führung.
 
Vorherige Anmeldung unter t.menzel@bundesarchiv.de
Literaturhinweise
 
 
 
Titel
Google Book Search und die Wunderwelt digitaler Bibliotheken
Dozierende
Dr. Klaus Graf
Uhrzeit
Mi., 14-16 Uhr
Raum
CIP-Pool, Raum C
Typ
Übung
Veranstaltungsnummer
06LE11Ü-201512
Kommentar
Die seit 2004 von der Suchmaschine Google angebotene Buchsuche http://books.google.de ist ein grandioses Forschungsinstrument nicht nur für die Geschichtswissenschaft. Die Übung präsentiert kaum bekannte Tipps und Tricks für die Arbeit mit diesem wichtigen Werkzeug, stellt aber auch andere digitale (Volltext-)Bibliotheken wie z.B. HathiTrust vor. Zugleich werden im Sinne einer Einführung "Internet für Historiker" effiziente Recherchestrategien besprochen, die zu fachlich wichtigen Internetquellen hinführen. Außerdem stehen Hinweise zum wissenschaftlichen Arbeiten und zu den Potentialen des "Web 2.0" auf dem Programm.
Literaturhinweise
 
 
Titel
Quellen zur Geschichte Mittelasiens (in europäischen Sprachen)
Dozierende
Prof. Dr. Tim Epkenhans
Uhrzeit
Mi., 8:30-10 Uhr s.t.
Raum
4450
Typ
Übung
Veranstaltungsnummer
06LE11Ü-201541
Kommentar
Die Übung ist als Ergänzung zum HS „Amir Timur und die Timuriden: Rezeption einer mittelasiatischen Herrschaft in der Neuzeit und Moderne“ bzw. zu der VL „Das islamische Mittelasien seit der frühen Neuzeit (15. bis 20. Jhdt.)“ konzipiert (kann aber grundsätzlich auch separat belegt werden). Im Rahmen der Übung werden wichtige Quellen (übersetzt in europäische Sprachen) zur Geschichte Mittelasiens von der frühen Neuzeit bis in die Gegenwart vorgestellt und kontextualisiert.
Literaturhinweise
 
 
 
Titel
Religion im frühneuzeitlichen Europa: ein Quellenüberblick
Dozierende
Dr. Christian Kühner
Uhrzeit
Do., 14-16 Uhr
Raum
HS 4450
Typ
Übung
Veranstaltungsnummer
06LE11Ü-201522
Kommentar
Die Frühe Neuzeit in Europa ist insbesondere in ihrer ersten Hälfte stark von der Glaubensspaltung und den daraus resultierenden Konflikten geprägt. Die Spannungen der Reformationszeit und die darauf folgende Bildung der neuzeitlichen Konfessionen des Christentums reduzieren sich nicht auf eine Reihe theologischer Streitpunkte; je länger die Glaubensspaltung andauerte, desto mehr entwickelten die verschiedenen konfessionellen Gruppen auch eigene religiöse Lebensformen und eine umfassende Konfessionskultur, die über dogmatische Unterschiede weit hinausging.
Die Übung wird einen Überblick über Quellen aus den Bereichen des Katholizismus, Luthertums und Reformiertentums als den drei zahlenmäßig bedeutendsten (wenn auch bei weitem nicht einzigen!) religiösen Gruppen des westlichen Europa in der Frühneuzeit geben. Am Beginn sollen programmatische Texte von Luther, Calvin und Ignatius von Loyola, somit von je einem prominenten Vertreter der drei Konfessionen stehen; danach wird die Übung eine Reihe verschiedener Quellengenres zur frühneuzeitlichen Religionsgeschichte vorstellen, wie beispielsweise Konzilsdekrete, Erbauungsbücher, Religionsmandate weltlicher und geistlicher Obrigkeiten, Beichtspiegel, Handbücher für Beichtväter, Flugblätter und Flugschriften, kirchliche Verwaltungsdokumente wie beispielsweise Visitationsprotokolle, und theologische, insbesondere kontroverstheologische Traktate.
Ziel der Übung ist es, einen einführenden (und somit keineswegs vollständigen!) Überblick über Quellengattungen zu geben, aus denen Erkenntnisse über Religion und Religiosität in der Frühen Neuzeit gewonnen werden können.
Literaturhinweise
Brandt, Ahasver von, Werkzeug des Historikers. Eine Einführung in die Historischen Hilfswissenschaften, 18. Aufl. Stuttgart 2012; Busch, Eberhard (Hg.), Calvin-Studienausgabe, Neukirchen-Vluyn 1994-2007; Kommission zur Herausgabe der Werke Martin Luthers (Hg.), D. Martin Luthers Werke. Kritische Gesamtausgabe, Neudruck, Stuttgart 2000-2007; Ignatius von Loyola, Geistliche Übungen, hg. von Peter Knauer, 4. Aufl. Würzburg 2006; Nubola, Cecilia, Fonti ecclesiastiche per la storia sociale e religiosa d’Europa, XV-XVIII secolo, Bologna 1999; Oberman, Heiko Augustinus (Hg.), Kirchen- und Theologiegeschichte in Quellen, 6 Bde., Neukirchen-Vluyn 1999-2012; Röckelein, Hedwig, Germania sacra. Die Kirche des Alten Reiches und ihre Institutionen, Berlin 1962ff.; Tersch, Harald, Österreichische Selbstzeugnisse des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit (1400-1650). Eine Darstellung in Einzelbeiträgen, Köln/Weimar/Wien 1998.
 
 
Titel
Beschreibungen von fremden Ländern
Dozierende
Christopher Toenjes
Uhrzeit
Mo., 10-12 Uhr
Raum
HS 4450
Typ
Übung
Veranstaltungsnummer
06LE11Ü-201531
Kommentar
Im Laufe der 15., 16. und 17. Jahrhunderten wurden Darstellungen und Beschreibungen von fremden, exotischen und teilweise unbekannten bzw. fiktiven Ländern immer häufiger den Lesern zugänglich. Sowohl Reiseberichte als auch ehrgeizige Cosmographien, bzw. Weltbeschreibungen waren sehr populär und wurden eifrig gelesen. Die Vielzahl an Literatur ermöglichte es dem Leser, sich bequem in seiner häuslichen Umgebung Wissen zu sammeln, ohne dabei die Unannehmlichkeiten und Gefahren des Reisens auf sich zu nehmen, noch der Begegnung mit den faszinierenden, aber oft verängstigenden Fremdlingen ausgesetzt zu sein. Wir werden in dieser Übung ebenfalls den bequemeren Weg der Literatur wählen, um der Frage nachzugehen, wofür man sich die Menschen damals interessierten, welche Länder beachtet und welche Gebräuche beschrieben worden sind.
Literaturhinweise
Jonathan Haynes, The Humanist as Traveler : George Sandys’s Relation of a Journey begun An. Dom. 1610, London, 1986; Ulrike Ilg (Hrsg.), Text und Bild in Reiseberichten des 16. Jahrhunderts. Westliche Zeugnisse über Amerika und das Osmanische Reich, Venedig, 2008; Matthew McLean, The Cosmographiaof Sebastian Münster : Describingthe World in the Reformation, Aldershot, 2007; John Stoye, English Travellers Abroad 1604-1667, London, 1989; Günther Wessel, Von einem, der daheim blieb, die Welt zu entdecken : die Cosmographia des Sebastian Münster oder wie man sich vor 500 Jahren die Welt vorstellte, Frankfurt, 2004.
 
 
Titel
Utopien in der Frühen Neuzeit
Dozierende
PD Dr. Uwe Wilhelm
Uhrzeit
Mi., 18-20 Uhr
Raum
HS 1021
Typ
Übung
Veranstaltungsnummer
06LE11Ü-201534
Kommentar
Mit der berühmten „Utopia“ des Thomas Morus (1516), die der gesamten Gattung den Namen gab, setzte die frühneuzeitliche Utopie ein, die sich in der Folgezeit zu einem bedeutenden Strang des politisch-sozialen Denkens entwickelte. Bis zum späten 18. Jahrhundert geht die Zahl utopischer Entwürfe in die Hunderte. Während dieser Zeit macht die Gattung erhebliche Wandlungen durch. Kennzeichnend für die Utopien des 16. und 17. Jahrhunderts sind eine „funktionelle Totalität“ (Nipperdey) aller Lebensbereiche, ein striktes Normensystem sowie ein hohes Maß an Sozialkontrolle, was eine nicht-entfremdete, „glückliche“ Existenz des Menschen verbürgen soll, zugleich aber auch die Freiheitsfrage aufwirft. Ausnahmslos handelt es sich um Raumutopien - die ideale Gegenwelt liegt räumlich weit entfernt. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts tauchen dann - inspiriert von der Theorie des Naturzustandes sowie der Figur des „edlen Wilden“ - die ersten „anarchistischen“ (herrschaftsfreien) Modelle auf. Im Laufe des 18. Jahrhunderts bildet sich zudem die Zeitutopie heraus, welche die Idealwelt in die Zukunft verlegt. Durchweg verbinden sich die alternativen Entwürfe mit scharfer Kritik an der zeitgenössischen Wirklichkeit. Der Anspruch auf Geltung, der allen utopischen Texten inhärent ist, blieb lange Zeit hindurch relativ unverbindlich, verdichtete sich im Zeitalter der Aufklärung, der eigentlichen Blütezeit der Gattung, aber teilweise zu regelrechten politischen Programmen.
In dem Quellenkurs sollen „klassische“ Utopien des 16. bis 18. Jahrhunderts intensiv gelesen, miteinander verglichen und historisch eingeordnet werden. Neben dem Werk von Morus ist an folgende Schriften gedacht: Tommaso Campanellas „Sonnenstaat“ (1602/1623), Francis Bacons „Nova Atlantis“ (1627), Denis Diderots „Nachtrag zu ‚Bougainvilles Reise’“ (1772/1796) sowie Louis-Sébastien Merciers „Das Jahr 2440“ (1771).
Literaturhinweise
Thomas Nipperdey, Die Funktion der Utopie im politischen Denken der Neuzeit, in: Archiv für Kulturgeschichte 44 (1962), S. 357-378 (auch in: ders., Gesellschaft, Kultur, Theorie, Göttingen 1976, S. 74-88); Richard Saage, Politische Utopien der Neuzeit, Darmstadt 1991; Thomas Schölderle, Geschichte der Utopie. Eine Einführung, Köln 2012; Klaus J. Heinisch (Hg.), Der utopische Staat, Reinbek bei Hamburg 1960 u. ö. (enthält die drei „großen“ Utopien von Morus, Campanella und Bacon; zur Anschaffung empfohlen).
 
  
Titel
Lektüre zur Vorlesung "Das Russische Reich 1796-1917"
Dozierende
Michael Abeßer
Uhrzeit
Mi., 10-12 Uhr
Raum
Breisacher Tor - Raum 102
Typ
Übung
Veranstaltungsnummer
06LE11Ü-20151
Kommentar
Im begleitenden Lektürekurs zur Vorlesung von Professor Dietmar Neutatz werden Quellen und Sekundärliteratur zur Vertiefung der einzelnen Vorlesungseinheiten gelesen und diskutiert. Anhand chronologischer und thematischer Schwerpunkte erörtern die Teilnehmer gemeinsam Fragen der Periodisierung und arbeiten die bestimmenden politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Faktoren des langen russischen 19. Jahrhunderts heraus. Im Zentrum der Quellenlektüre stehen die widersprüchlichen Einschätzungen der Zeitgenossen über Russlands Platz zwischen Europa und Asien, zwischen Modernisierung und Rückständigkeit und zwischen autokratischer Herrschaft und politischem Wandel.
Kenntnisse des Russischen sind wünschenswert, aber keine Teilnahmebedingung, souveräne Kenntnisse der englischen Sprache werden vorausgesetzt.
Literaturhinweise
Hildermeier, Manfred: Geschichte Russlands. Vom Mittelalter bis zur Oktoberrevolution, München 2013.; Lieven, Dominic: Empire. The Russian Empire and its Rivals, London 2000.; Wirtschafter, Elise: Social Identity in Imperial Russia, DeKalb 1997.; Figes, Orlando: Nataschas Tanz. Eine Kulturgeschichte Russland, Berlin 2003.
 
 
Titel
Die Krim, 1783-2014
Dozierende
Dr. Julia Herzberg
Uhrzeit
Mo., 16-18 Uhr
Raum
Breisacher Tor – Raum 202
Typ
Übung
Veranstaltungsnummer
06LE11Ü-201515
Kommentar
Freude und Euphorie erfassten im März 2014 die russische Öffentlichkeit. Endlich – so der weitverbreitete Slogan – war die „Krim wieder unser!“. Während die Annektierung der Krim Russland, die Ukraine und den Westen zunehmend entzweien, steigen seitdem die Zustimmungswerte zu Putins Politik in der Russischen Föderation stark an.
Die Übung widmet sich den historischen Hintergründen und strukturellen Bedingungen der jüngsten Konflikte in und um die Ukraine aus der Perspektive der Krim. Sie fragt, warum viele Russen und auch viele Einwohner der Krim die Zugehörigkeit zur Russischen Föderation befürworten. Um mögliche Antworten auf diese Frage zu finden, gehen wir bis in das Jahr 1783 zurück, als die zum Osmanischen Reich gehörende Krim an das Russische Zarenreich angeschlossen wurde und Zarin Katharina II. verkündete, dass die Krim „für alle Zeit“ russisch bleiben werde. Während in der Folgezeit viele der muslimischen Krimtataren in die Türkei flohen, verwandelte sich die Krim zur „russischen Riviera“. Die Krim wurde zum russischen Sehnsuchtsort, an dem man Entspannung und Erholung suchte. Literaten wie Alexander Puschkin besangen die Krim als Wiege der russischen Orthodoxie und Ort heldenhafter Verteidigung des Vaterlandes. So wurde die Krim nach und nach zu einem spezifisch „russischen“ Ort. Diese Wahrnehmung störte auch nicht Nikita Chrušcev, der die Krim 1954 in einem kaum beachteten Akt der Ukrainischen Sowjetrepublik zuschlug. Er schuf damit die Voraussetzung dafür, dass nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 die Krim zur souverän gewordenen Ukraine gehörte und zum Zankapfel zwischen der Russischen Föderation und der Ukraine werden konnte. Den Weg dahin werden wir anhand verschiedener Themenbereiche nachverfolgen und diskutieren, inwiefern die dabei herausgearbeiteten Entwicklungen bis heute Auswirkungen auf das Schicksal der Krim haben.
Literaturhinweise
Jobst, Kerstin S., Die Perle des Imperiums: Der russische Krim-Diskurs im Zarenreich, Konstanz, 2007; Kappeler, Andreas, Russland und die Ukraine: Verflochtene Biographien und Geschichten, Wien, 2012; Kappeler, Andreas, Kleine Geschichte der Ukraine, München, 2014; Sasse, Gwendolyn, The Crimea Question: Identity, Transition, and Conflict, Cambridge Mass., 2007.
 
 
Titel
Gegen "Pöbelherrschaft" und "Dauergeschwätz": linke und rechte Demokratiekritik in Frankreich und Deutschland (1870-1933)
Dozierende
Dr. Theo Jung
Uhrzeit
Di., 14-16 Uhr
Raum
Breisacher Tor – Raum 105
Typ
Übung
Veranstaltungsnummer
06LE11Ü-201518
Kommentar
Auf der Suche nach den Ursachen der ‚deutschen Katastrophe‘ ist immer wieder auf die langfristigen Traditionen anti-demokratischer Diskurse im deutschen Raum hingewiesen worden. Dass die Weimarer Republik eine ‚Republik ohne Republikaner‘ gewesen sei, sei mit Blick auf eine spezifische ‚Deutsche Ideologie‘ zu erklären. Bei genauerem Hinsehen fällt jedoch auf, dass ähnliche Diskurse auch in anderen europäischen Ländern und, zweitens, nicht nur auf der rechten, sondern auch auf der linken Seite des politischen Spektrums existierten. Die Ansicht, dass die Demokratie festgefahren bzw. den Anforderungen der Zeit nicht mehr gewachsen sei, war seit dem Ende des 19. Jahrhunderts weit verbreitet. Um die Gestalt und Bedeutung antidemokratischer Diskurse genauer beurteilen zu können, werden in dieser Veranstaltung deutsche und französische, linke und rechte Demokratiekritik miteinander verglichen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der gemeinsamen Quellenlektüre. Anhand von ausgewählten Texten – von ‚klassischen Demokratiekritikern‘ wie Georges Sorel, Thomas Mann oder Carl Schmitt bis hin zu weniger bekannten Autoren – wird gefragt, welche diskursiven Strategien und Mitteln in dieser Debatte zum Einsatz gebracht wurden. Wie stellten die Autoren die Legitimität der Demokratie infrage? Welche Alternativen wurden formuliert? Lassen sich Strömungen und internationale Transfers identifizieren? Welche Effekte hatten solche Debatten in der zeitgenössischen Öffentlichkeit?
Diese Übung kann auch als Sprachübung für französische Quellenlektüre belegt werden, Französischkenntnisse werden deswegen vorausgesetzt.
Literaturhinweise
Andreas Wirsching (Hg.): Herausforderungen der parlamentarische Demokratie: Die Weimarer Republik im europäischen Vergleich, München 2007; Stefan Breuer: Die radikale Rechte in Deutschland, 1871-1945: Eine politische Ideengeschichte, Stuttgart 2010; Jean-Claude Caron und Jean Garrigues (Hg.): L’antiparlamentarisme en France, Parlement[s], Sonderheft 9 (2013).
 
 
Titel
Sport und Gesellschaft
Dozierende
Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Brüggemeier
Uhrzeit
Mo., 10-12 Uhr
Raum
HS 4429
Typ
Übung
Veranstaltungsnummer
06LE11Ü-20156
Kommentar
In der Übung werden zentrale Quellen, Aufsätze und andere Beiträge zur Geschichte von Sport und Gesellschaft behandelt. Beginnend in der Antike liegen die zeitlichen Schwerpunkte auf der Neuzeit ab dem 18. Jahrhundert.
 
Anmeldung per Email: f.j.brueggemeier@geschichte.uni-freiburg.de. (Teilnehmerzahl auf 15 begrenzt)
Literaturhinweise
 
 
 
Titel
Automobilwirtschaft, Mobilität und moderne Gesellschaft (fällt aus)
Dozierende
Dr. Peter Itzen
Uhrzeit
Mo., 12-14 Uhr
Raum HS 4450
Typ
Übung
Veranstaltungsnummer
06LE11Ü-201516
Kommentar
Das Automobil gehört zu den modernen technischen Erfindungen, die Lebenswelt, die Alltagskultur und die Wirtschaft im 20. Jahrhundert nachhaltig beeinflusst haben. In Deutschland etwa prägt die Herstellung von Autos nicht nur das Selbstverständnis vieler Regionen, sie ist zudem zu einem Grundpfeiler des wirtschaftlichen Erfolgs des Landes geworden. Zugleich spiegelten sich in der Automobiltechnik, im Verhältnis der Menschen zum Auto, in der Werbung und in einem sich ständig verändernden Design Aspekte gesellschaftlichen und kulturellen Wandels wider. Aber das Auto und die mit ihm verbundene Intensivierung und Individualisierung des Verkehrs schufen auch eine Fülle von Problemen, denen sich die moderne Gesellschaft des 20. Jahrhunderts zu stellen hatte. Kontrovers wurde und wird die Rolle des Automobils bei der Zerstörung der Umwelt diskutiert, und noch immer sterben jährlich mehrere tausend Menschen an Unfällen im Straßenverkehr. Mit diesen zum Teil gegensätzlichen Perspektiven wird sich die Übung auseinandersetzen und dabei auch untersuchen, inwiefern die Geschichte des Automobils die Geschichte der modernen Gesellschaft im 20. Jahrhundert prägte.
Im Rahmen der Übung biete ich eine zweitägige Exkursion nach Stuttgart ins Mercedes-Museum und zu einer Werkbesichtigung an. Die Teilnehmerzahl ist auf 19 Studierende begrenzt. Voraussetzung für die Teilnahme an der Exkursion ist die Teilnahme an der Übung. Vorherige Anmeldung per E-Mail ist erwünscht: Peter.Itzen@geschichte.uni-freiburg.de
Literaturhinweise
Kurt Möser, Die Geschichte des Autos, Frankfurt/Main 2002.

 

 
Titel
Täter, Mitläuferinnen, Opportunisten und Opfer
Dozierende
Dr. Wolfgang Gall
Uhrzeit
Di., 10-12 Uhr
Raum
HS 1137
Typ
Übung
Veranstaltungsnummer
06LE11Ü-20159
Kommentar
Auch 70 Jahre nach Ende der NS-Herrschaft finden in deutschen Kommunen teilweise heftige Diskussionen über die NS-Belastung lokaler historischer Persönlichkeiten statt. Die Übung beschäftigt sich mit der Frage, wo man heute die Trennlinien und Schnittmengen zwischen dem radikalen Kern der Nationalsozialisten um Hitler und einer großen Mehrheit sogenannter Unbelasteter, Mitläufer, Karrieristen und opportunistisch eingestellten Männer und Frauen ziehen kann. Am konkreten Beispiel von Spruchkammerakten des Staatsarchivs Freiburg und Archivdokumenten des Stadtarchivs Offenburg soll die Übung Erkenntnismöglichkeiten und Grenzen der Analyse historischer Quellen aufzeigen. Teil der Übung wird eine ganztägige Exkursion nach Offenburg sein.
Literaturhinweise
Matthias Frese (Hg.) Fragwürdige Erinnerungen !? Straßennamen als Instrument von Geschichtspolitik und Erinnerungskultur, Münster 2012; Wolfgang M. Gall: Gescheitert oder erfolgreich? Die Entnazifizierung der Stadtverwaltung Offenburg 1945-47, in : Die Ortenau, 89 (2009), S. 397-422; Peter Reichel: Vergangenheitsbewältigung in Deutschland. Die Auseinandersetzung mit der NS-Diktatur in Politik und Justiz, München 2007
 
 
Titel
Deutschland, Europa und die Welt: 1956-1965. Übung zur Überblicksvorlesung
Dozierende
Prof. Dr. Ulrich Herbert
Uhrzeit
Di., 18-20 Uhr; 11.06. 12.30-14 Uhr (2042)
Raum
HS 3117
Typ
Übung
Veranstaltungsnummer
06LE11Ü-201514
 
Kommentar
In der Übung wird das in der Vorlesung Behandelte diskutiert und vertieft. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Analyse der zeitgenössischen und aktuellen Darstellung der hier behandelten Themen in Dokumentarfilmen und im TV.
 
Extratermin: Donnerstag, 11.06., 12:30-14:00 in KG III - 3042
Literaturhinweise
 
 
 
Titel
Globalgeschichte, Internationale Geschichte, Transnationale Geschichte - Theorien, Methoden und Beispiele
Dozierende
Dr. Martin Bemmann
Uhrzeit
Do., 8-10 Uhr
Raum
HS 4450
Typ
Übung
Veranstaltungsnummer
06LE11Ü-20154
Kommentar
Globalgeschichte, internationale Geschichte und transnationale Geschichte sind Schlagwörter und Bezeichnungen, die in den vergangenen Jahren stetig größere Bedeutung erlangt haben und mittlerweile auch mit bemerkenswerten Inhalten gefüllt worden sind.
Die Übung setzt sich das Ziel, zentrale Texte zu einschlägigen Theorien und Methoden zu diskutieren und Beispiele für deren Umsetzung kennen zu lernen. Die Übung richtet sich daher explizit an Studierende, die an einschlägigen Debatten und Diskussionen interessiert sind.
Literaturhinweise
Einführende Literatur: Gunilla Budde/Oliver Janz/Sebastian Conrad (Hrsg.): Transnationale Geschichte. Themen, Tendenzen und Theorien, Göttingen 2006; Sebastian Conrad: Globalgeschichte. Eine Einführung, München 2013; Sebastian Conrad/Andreas Eckert/Ulrike Freitag (Hrsg.): Globalgeschichte. Theorien, Ansätze, Themen, Frankfurt/Main – New York 2007; Andrea Komlosy: Globalgeschichte. Methoden und Theorien, Wien – Köln – Weimar 2011; Wilfried Loth / Jürgen Osterhammel (Hrsg.): Internationale Geschichte. Themen – Ergebnisse – Aussichten, München 2000; Margrit Pernau: Transnationale Geschichte, Göttingen 2011.
 
 
Titel
Perspektiven und Methoden der Geschichtswissenschaft
Dozierende
Helena Barop
Uhrzeit
Mo., 14-16 Uhr
Raum
HS 4450
Typ
Übung
Veranstaltungsnummer
06LE11Ü-20153
Kommentar
Was ist eigentlich Diplomatiegeschichte? Wie unterscheidet sie sich von Politikgeschichte? Müsste Wirtschaftsgeschichte nicht irgendwie auch Globalgeschichte sein? Oder doch Weltgeschichte? Warum ist Kulturgeschichte angesagt? Wie sollten Historiker mit Begriffen umgehen? Oder mit moralischen Wertungen? Anhand von Beispieltexten aus der Geschichte der Drogen werden wir in dieser Übung verschiedene historiographische Methoden und Perspektiven identifizieren, vergleichen und über ihre Vorteile und Schwierigkeiten diskutieren. Die Geschichte der Drogen eignet sich besonders gut als Grundlage für solch ein Unternehmen, denn sie bietet eine bunte Bandbreite an Beispielen aus den verschiedenen Disziplinen und ist gleichzeitig selbst ein faszinierendes Feld.
Literaturhinweise
 
 
 
Titel
Geschichtswissenschaft in Deutschland seit 1945: Ansätze und Methoden, Themen, Kontroversen
Dozierende
Thomas Zimmer
Uhrzeit
Mi., 14-16 Uhr
Raum
Bismarckallee 22 – Raum 4
Typ
Übung
Veranstaltungsnummer
06LE11Ü-201535
Kommentar
Seit Mitte des 20. Jahrhunderts hat sich die Geschichtswissenschaft in Deutschland wie anderswo tiefgreifend verändert. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand die Disziplin in der Bundesrepublik zunächst eindeutig im Zeichen einer politischen Nationalgeschichte, und unter den – beinahe ausschließlich männlichen – Historikern waren wichtige Themen und Methoden kaum umstritten. Spätestens seit den 70er Jahren stieg dann die Sozialgeschichte mit ihrer scharfen Kritik an der „klassischen“ Politikgeschichte „großer Männer“ zum dominierenden Ansatz auf – nur um selbst alsbald von mehreren Seiten unter Beschuss zu geraten, sei es durch die Alltagsgeschichte oder, seit den 90er Jahren, durch die „Neue Kulturgeschichte“. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wird man kaum noch von einem dominierenden Paradigma sprechen können: Das Fach zeichnet sich vielmehr durch einen stark ausdifferenzierten Forschungsbetrieb und die Pluralität der theoretischen Ansätze und Methoden aus, und längst sind mehr oder weniger alle denkbaren Themen zum Gegenstand der Geschichtswissenschaft geworden. Häufig gingen diese umfassenden Veränderungen mit heftigen, teils öffentlich ausgetragenen Kontroversen einher – beispielsweise um die Ursachen des Ersten Weltkriegs in der Fischer-Kontroverse, um einen vermeintlichen deutschen „Sonderweg“ in die Moderne oder, etwa im „Historikerstreit“ der 80er Jahre, um den Stellenwert der NS-Verbrechen im deutschen Geschichtsbild. Ziel der Übung ist es, einen Überblick über die Entwicklung der Ansätze, Perspektiven, Fragestellungen und Methoden des Faches seit 1945 zu erarbeiten und möglichst zu klären, was „Geschichtswissenschaft“ heute genau ausmacht und von anderen Disziplinen unterscheidet. Zudem werden wir immer auch nach ihrer Stellung und ihrem Einfluss in der Geschichte der Bundesrepublik fragen.
Literaturhinweise
Klaus Große Kracht: Die zankende Zunft. Historische Kontroversen in Deutschland nach 1945, Göttingen 2005; Lutz Raphael: Geschichtswissenschaft im Zeitalter der Extreme. Theorien, Methoden, Tendenzen von 1900 bis zur Gegenwart, München 2003.
 
 
Titel
Was ist "Kulturgeschichte des Politischen"? Beispiele symbolischer Politik im langen 19. Jahrhundert
Dozierende
Dr. Christina Schröer
Uhrzeit
Di., 10-12 Uhr
Raum
HS 4450
Typ
Übung
Veranstaltungsnummer
06LE11Ü-201530
Kommentar
Die Übung versteht sich als Einführung in die sogenannte ‚Kulturgeschichte des Politischen‘. Dabei sollen einerseits methodische Grundlagentexte dieser Forschungsrichtung zur Kenntnis genommen, andererseits Fallbeispiele diskutiert werden. Politisches Handeln wird verstanden als kommunikativer Aushandlungsprozess von menschlichen Beziehungen, in dem nicht ‚von oben nach unten dekretiert‘ wird, sondern der durch Erzeugung von Sinnangeboten und Verstehenshandlungen strukturiert wird. Dieses Verständnis hat im Blick auf die Geschichte des 19. Jahrhunderts zahlreiche neue Untersuchungsfelder eröffnet: Nicht mehr allein die Intentionen der Akteure, sondern die Bedeutungen, die sich mit Politik verbinden und ihre Funktionen innerhalb einer sozialen Gruppe rücken ins Zentrum des Interesses. In der gemeinsamen Arbeit steht die Analyse von Beispielen aus Deutschland und Frankreich im Zentrum (Französische Revolution, Revolutionen von 1848, Kaiserreich und Dritte Republik bis 1914). Französische Sprachkenntnisse sind wünschenswert, werden aber nicht vorausgesetzt.
Literaturhinweise
Chartier, Roger: Die unvollendete Vergangenheit. Geschichte und die Macht der Weltauslegung, Frankfurt am Main 1992; Stollberg-Rilinger, Barbara (Hrsg.): Was heißt Kulturgeschichte des Politischen?, Berlin 2005 (= ZhF Beiheft 35); Frevert, Ute und Heinz-Gerhard Haupt (Hrsg.): Neue Politikgeschichte. Perspektiven einer historischen Politikforschung, Frankfurt am Main 2005; Mergel, Thomas: Überlegungen zu einer Kulturgeschichte der Politik, in: Geschichte und Gesellschaft 28 (2002), S. 574–606.
 
 
Titel
Lektürekurs Niklas Luhmann
Dozierende
Marco Tomaszewski
Uhrzeit
Mi., 14-16 Uhr
Raum
HS 4450
Typ
Übung
Veranstaltungsnummer
06LE11Ü-201532
Kommentar
Gesellschaft als Ansammlung handelnder Individuen zu definieren, erscheint zunächst naheliegend. Luhmanns Systemtheorie geht dagegen von einer ganz anderen Definition aus. Gesellschaft besteht hier nicht in erster Linie aus Individuen, sondern ist ein System, das aus Kommunikation anderer Systeme besteht. Überhaupt ist in dieser Theorie kein Platz für handelnde Subjekte, auf die man sich auch als Historiker ja gerne beruft. Weil unsere herkömmlichen Denkweisen in Luhmanns Systemtheorie zunächst nicht greifen, fällt ein einfacher Zugang zu dieser Theorie oft schwer.
Mit der Abwesenheit von handelnden Subjekten verbunden ist auch die Vorstellung, dass Gesellschaftsanalyse keine moralischen Wertungen treffen kann. Dass sie im Zuge dessen auch nicht der Ort für Gesellschaftskritik sein kann, wurde vielfach kritisiert, unter anderem von Jürgen Habermas. Gerade die grundsätzlich andere Perspektive auf Gesellschaft bietet aber auch die Chance, diese auf eine andere Weise wahrzunehmen und dadurch neue Perspektiven zu gewinnen. Dazu muss man sich selbstverständlich auf die zunächst vielleicht unverständlich erscheinenden Prämissen dieser Theorie einlassen.
Einen Zugang zu Luhmanns Theorie gemeinsam zu erarbeiten, ist das Ziel dieser Übung. Es ist daher ausdrücklich keinerlei Vorwissen nötig. In einem weiteren Schritt soll dann auch thematisiert werden, inwiefern sich hier Potential für geschichtswissenschaftliches Arbeiten bietet und wie dies von systemtheoretisch arbeitenden Historikern umgesetzt wird. Auch die Frage nach moralisch-kritischen Funktionen von Gesellschaftsanalyse kann diskutiert werden.
Wer Interesse und Spaß an theoretischem Denken und dessen Reflexion hat, ist in dieser Übung herzlich willkommen. Vorkenntnisse sind wie gesagt keine erforderlich, die Übung richtet sich an Studierende aller Semester und Epochen.
Literaturhinweise
Luhmann, Niklas: Die Gesellschaft der Gesellschaft, Frankfurt a.M. 1997.
Berghaus, Margot: Luhmann leicht gemacht. Eine Einführung in die Systemtheorie, Köln 2003; Becker, Frank (Hg.): Geschichte und Systemtheorie. Exemplarische Fallstudien, Frankfurt a.M. 2004.
 
 
Titel
Heimat? Russlanddeutsche in Freiburg. Oral History Projekt
Dozierende
Michael Abeßer
Uhrzeit
Di., 12-14 Uhr
Raum
HS 4450
Typ
Übung
Veranstaltungsnummer
06LE11Ü-20152
Kommentar
Aus der Sowjetunion und ihren Nachfolgestaaten kamen bis Mitte der 2010er Jahre mehr als zwei Millionen (Spät-)Aussiedler in die Bundesrepublik, wobei der Höhepunkt der Migrationswelle bis Mitte der 1990er Jahre erreicht wurde. Hinter den blanken Zahlen verbergen sich verschiedene Generationen, verschiedene Herkunftsorte und auch verschiedene Gründe für die Migration. Mit verschiedenen sprachlichen Fähigkeiten und fachlicher Qualifikation versuchten die Aussiedler, sich in der Bundesrepublik ein neues Leben aufzubauen. Deren soziale Integration wurde aber auch durch eine mehrheitlich sowjetische kulturelle Sozialisation der Aussiedler, sowie deren anhaltender Stigmatisierung – in Russland als "Deutsche", in der Bundesrepublik als "Russen" – bestimmt.
In der Übung werden zunächst die Geschichte der Russlanddeutschen und ihr Schicksal während der Sowjetzeit erörtert. Die Einwanderung der 1980er und 90er Jahre wird zudem als Teil europäischer Migrationsgeschichte des 20.Jahrhunderts thematisiert. Auf Basis der Oral History, deren methodische Grundlagen und Anwendungsbereiche in der Übung vermittelt werden,  erarbeiten die Teilnehmer gemeinsam einen Fragebogen, auf dessen Basis sie mit Deutschen aus Russland im Freiburger Raum lebensgeschichtliche Interviews führen und später auswerten werden. Russischkenntnisse sind von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich. Die Bereitschaft zum gemeinsamen Erarbeiten eines Fragebogens und die Durchführung und Auswertung eines Interviews wird vorausgesetzt.
Literaturhinweise
György, Dalos: Geschichte der Russlanddeutschen. Von Katharina der Großen bis zur Gegenwart, München 2014; Ipsen-Peitzmeier, Sabine/ Kaiser, Markus (Hgg.): Zuhause fremd. Russlanddeutsche zwischen Russland und Deutschland, Bielefeld 2006; Retterath,
Hans-Werner: Endlich daheim? Postsowjetische Migration und kulturelle
Integration Rußlanddeutscher in Südbaden, Freiburg 2002.

 

Sprachkurse für Historiker

 

Titel
Russisch für Historiker II
Dozierende
Iryna Dzyubynska
Uhrzeit
Mo. u. Do., 14-16 Uhr
Raum
HS 4121 (Mo.), Breisacher Tor – Raum 204 (Do.)
Typ
Übung
Veranstaltungsnummer
06LE11Ü-20157
Kommentar
Der Kurs ist die Fortsetzung aus dem Wintersemester. Es werden Kenntnisse vermittelt, die zum Verständnis historischer Quellen notwendig sind. (Niveau A1/A2; russische Sprachvorkenntnisse sind nötig)
Literaturhinweise
 
 
 
Titel
Polnisch für Historiker I
Dozierende
Aleksandra Pojda de Pérez
Uhrzeit
Do., 12-13:30 Uhr s.t.
Raum
HS 4450
Typ
Übung
Veranstaltungsnummer
06LE11Ü-201528
Kommentar
Der Kurs wird von einer muttersprachlichen Dozentin geleitet und bietet einen Einblick in die polnische Sprache und Kultur. Im Mittelpunkt des Kurses stehen erste Sprech-, Grammatik- und Konversationsübungen, die in die Alltagssituation eingebettet werden. Außerdem werden auch landeskundliche Besonderheiten Polens zur Sprache gebracht. Der Kurs hat das Erlernen folgender Themenbereiche der polnischen Grammatik zum Ziel: Deklination der Substantive und Adjektive, der Personal-, Possessiv-, Interrogativ- und Demonstrativpronomina; Präsens polnischer Verben sowie deren Reaktion. Es wird mit dem Lehrbuch "Hurra! Po polsku 1“ gearbeitet.
Literaturhinweise
 
 
 
Titel
Polnisch für Historiker II
Dozierende
Alexksandra Pojda de Pérez
Uhrzeit
Do., 13:30-15 Uhr s.t.
Raum
HS 4121
Typ
Übung
Veranstaltungsnummer
06LE11Ü-201529
Kommentar
Der Kurs wird von einer muttersprachlichen Dozentin geleitet und richtet sich an Studierende mit polnischen Sprachvorkenntnissen (Niveau A1/ A2, Fortsetzung des Kurses vom WS 2014/15). Im Mittelpunkt des Kurses stehen Sprech-, Grammatik- und Konversationsübungen, die in die Alltagssituation eingebettet werden. Außerdem werden auch landeskundliche Besonderheiten Polens zur Sprache gebracht. Der Kurs hat das Erlernen folgender Themenbereiche der polnischen Grammatik zum Ziel: Deklination der Substantive und Adjektive (Dativ und Lokativ), Präteritum und Futur polnischer Verben sowie Aspekt der Verben. Es wird mit dem Lehrbuch ""Hurra! Po polsku 1“ gearbeitet (ab Lektion 7)
Literaturhinweise
 
 
 
Titel
Ungarisch für Historiker
Dozierende
Maria Krempels
Uhrzeit
Do., 18-19:30 Uhr
Raum
HS 4121
Typ
Übung
Veranstaltungsnummer
06LE11Ü-201520
Kommentar
 
Literaturhinweise
 

 

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