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Proseminare

Proseminare in Alter Geschichte

 
Titel
Sparta
Dozierende
Prof. Dr. Peter Eich
Uhrzeit
Do., 14-18 Uhr
Raum
HS 1224
Typ
Proseminare
Veranstaltungsnummer
06LE11S-S1502
Kommentar
Sparta ist eine der wenigen griechischen Gemeinden, über die wir etwas besser unterrichtet sind. Anhand des Beispiels Sparta können daher einerseits die politische Ordnung und soziale Konstruktion einer griechischen Polis gut behandelt werden und kann andererseits eine Wissensgrundlage für die griechische Geschichte der archaischen und klassischen Zeit
insgesamt geschaffen werden. Im Mittelpunkt des Seminars werden jedoch grundsätzliche Probleme der Quelleninterpretation stehen.
Literaturhinweise
M. Dreher, Athen und Sparta, München ²2012
Chr. Wolff, Sparta und die peloponnesische Staatenwelt in archaischer und klassischer Zeit, München 2010
K.-W. Welwei, Sparta: Aufstieg und Niedergang einer antiken Großmacht, Stuttgart ²2007
 
 
Titel
Politik und Kultur im Athen des 4. Jh.
Dozierende
Dr. Katharina Wojciech
Uhrzeit
Mi., 14-18 Uhr
Raum
HS 1140
Typ
Proseminare
Veranstaltungsnummer
06LE11S-S1501
Kommentar
Das Seminar behandelt die Geschichte Athens zwischen dem Peloponnesischen Krieg und dem Ende des Lamischen Kriegs (404/3 - 322 v. Chr.). Dabei werden sowohl die außen- und innenpolitische Entwicklung der Polis als auch Fragen zur Gesellschaft und Kultur (Philosophie, Geschichtsschreibung, Komödie, Rhetorik etc.) diskutiert. Anhand ausgewählter Quellen sollen sich die Teilnehmer mit der entwickelten Demokratie Athens im 4. Jh. vertraut machen. Die Teilnahme an der ersten Sitzung ist aus organisatorischen Gründen obligatorisch.
Literaturhinweise
Welwei, K.-W: Das klassische Athen. Demokratie und Machtpolitik im 5. und 4. Jahrhundert, Darmstadt 1999.
 
  
Titel
Jugend und Erziehung in der griechischen Polis
Dozierende
Prof. Dr. Sitta von Reden
Uhrzeit
Do., 12-16 Uhr
Raum
HS 1231
Typ
Proseminare
Veranstaltungsnummer
06LE11S-S1503
Kommentar
Im Umgang mit Jugend und Erziehung zeigen sich nicht nur zentrale gesellschaftliche Werte, sondern können auch historische Gesellschaften in ihrer Besonderheit und ihrem Wandel wahrgenommen werden. Dieses Proseminar wird sich mit einer Auswahl antiker Texte und Bilder beschäftigen, die Einblicke in den Zusammenhang von Jugenderziehung und bürgerlichen Werten antiker Poleis (Stadtstaaten) gewähren können. Wo lagen die Trennlinien zwischen öffentlicher und privater Verantwortung für die Ausbildung der Jugend, wie wurden Geschlechtertrennungen vorgenommen und eingeübt, welche didaktischen Auffassungen von Lernprozessen und ihren sozialen und politischen Konsequenzen lassen sich erkennen, und wie wurde mit der (als erotisch betrachteten) Beziehung von LehrerInnen und SchülerInnen umgegangen?
Literaturhinweise
Christes, J. u. a. (Hrsg.): Handbuch Bildung und Erziehung in der Antike, Darmstadt 2006 (jeweils die Kapitel zu Griechenland).
Christes, J., „Paideia“, in: Hubert Cancik / Helmuth Schneider (Hrsg.): Der Neue Pauly, Brill Online, 2013 http://referenceworks.brillonline.com/entries/der-neue-pauly/paideia-e903780);
Calame, C., “Coming of age, peergroups, and rites of passage” in: Boys-Stones, G. u.a. (Hrsg.) The Oxford Handbook of Hellenic Studies. Oxford 2009, 281- 293.
Baumgarten, R., Päderastie und Pädagogik im antiken Griechenland, in: Horn, Klaus-Peter (Hrsg.): Jugend in der Vormoderne. Annäherungen an ein bildungshistorisches Thema. Böhlau 1998, 167-190.
 
 
Titel
Die römische Nobilität
Dozierende
Philip Straub
Uhrzeit
Mo., 10-14 Uhr
Raum
Bismarckallee 22, Raum 4
Typ
Proseminar
Veranstaltungsnummer
06LE11S-S1506
Kommentar
Seit der Begründung der römischen Republik, welche basierend auf Livius traditionell auf das Jahr 509 v. Chr. datiert wird (Liv. 1, 60, 3f), kam der römischen Nobilität eine Führungsrolle in der res publica zu. Aus dem Kreis dieser exklusiven Aristokratie rekrutierte sich bis in den frühen Prinzipat der überwiegende Teil der höheren Magistrate sowie der hohen militärischen Befehlshaber.
Doch wie konnte eine scheinbar so heterogene Gruppe aus patrizischen und plebejischen Familien, die in beständiger Konkurrenz um den Einfluss im römischen Gemeinwesen standen, für fast ein halbes Jahrtausend konsensual herrschen? Worauf basierte ihre Macht und wie gelang es, andere Bevölkerungsgruppen zu integrieren?
Nach einem kurzen historischen Überblick soll die Stellung der Nobilität im Sozialgefüge der römischen Republik untersucht werden, wobei die Frage nach den soziostrukturellen Grundlagen ihrer Herrschaft zu beantworten sein wird. Anschließend wird – auf Basis der einschlägigen Quellen – die Entwicklung der Nobilität bis in den frühen Prinzipat betrachtet werden.

In Verbindung mit dem Proseminar findet ein obligatorisches Tutorat zu Methoden und Hilfsmitteln der Alten Geschichte im Umfang von 2 SWS statt.

(1) Studienleistungen:

- Zur inhaltlichen Vorbereitung auf das Seminar wird um die Lektüre von „Jehne, M.: Die römische Republik, München 2013.“ gebeten. Das Buch ist im Separatum des Seminar für Alte Geschichte (Raum 1294) vorhanden.

- regelmäßige Teilnahme am Proseminar und am Tutorat.
- intensive Vor- und Nachbereitung der Sitzungen, einschließlich der Aufgaben, die vom Veranstaltungsleiter in der ersten Proseminar-Sitzung bekannt gegeben werden (Kurztestat in der dritten Seminarsitzung, mündliches Referat, Sitzungsprotokoll, Exposé zur Hausarbeit)

- Klausur am Ende der Vorlesungszeit
(2) Prüfungsleistung (schriftliche oder mündliche Modulteilprüfung):

- Hausarbeit oder mündliche Prüfung (nach Wahl des/der Studierenden und in Übereinstimmung mit der Prüfungsordnung)

Literaturhinweise
Eck, Werner: Augustus und seine Zeit (C. H. Beck Wissen 2084), München 2006.
Eich, Peter: Aristokratie und Monarchie im kaiserzeitlichen Rom, in: Beck, Hans (Hg.): Die Macht der Wenigen. Aristokratische Herrschaftspraxis, Kommunikation und ‚edler‘ Lebensstil in Antike und Früher Neuzeit (Historische Zeitschrift. Beihefte (Neue Folge) 47), München 2008, 125-151.
Gelzer, Matthias: Die Nobilität der römischen Republik. Die Nobilität der Kaiserzeit, Stuttgart 1983.
Hölkeskamp, Karl-Joachim: Die Entstehung der Nobilität. Studien zur sozialen und politischen Geschichte der Römischen Republik im 4. Jhdt. v. Chr., Stuttgart 1987.
Ders.: Senatvs popvlusqve romanvs. Die politische Kultur der Republik. Dimensionen und Deutungen, Stuttgart 2004.
Jehne, Martin: Die römische Republik. Von der Gründung bis Caesar (C. H. Beck Wissen 2362), München 2013.
Meier, Christian: Res publica amissa. Eine Studie zu Verfassung und Geschichte der späten römischen Republik, Frankfurt a. M. 1997.
 
 
Titel
Die Gracchen
Dozierende
Prof Dr. Astrid Möller
Uhrzeit
Di., 10-14 Uhr
Raum
HS 1234
Typ
Proseminare
Veranstaltungsnummer
06LE11S-S1508
Kommentar
Das Volkstribunat des Tiberius Gracchus 133 v.Chr. markiert den Beginn der Späten Römischen Republik. Warum die Geschichtswissenschaft hier eine Zäsur sieht, welche neuen Politikstile sich herausbildeten, welche Politikfelder nun zum Instrument der politischen Auseinandersetzung wurden und wie sich die Republik durch das Handeln der Gracchen veränderte, das soll in diesem Proseminar untersucht werden.
Literaturhinweise
B. Linke: Die römische Republik von den Gracchen bis Sulla, Darmstadt 2005.
 
  
Titel
Aufruhr und Gewalt - Soziale Konflikte im spätrepublikanischen Rom
Dozierende
Prof. Dr. Astrid Möller
Uhrzeit
Do., 14-18 Uhr
Raum
HS 1032
Typ
Proseminare
Veranstaltungsnummer
06LE11S-S1505
Kommentar
Im Laufe der späten römischen Republik kam es vermehrt zu gravierenden Störungen der öffentlichen Ordnung. Reguläre politische Entscheidungsprozesse wurden von Formen kollektiver Gewaltanwendung begleitet. In diesem Proseminar soll der Frage nachgegangen werden, wieso die Voraussetzungen für das störungsfreie Funktionieren der politischen Institutionen verschwanden und inwiefern sich soziale und politische Konflikte gegenseitig bedingten.
Literaturhinweise
W. Nippel: Aufruhr und „Polizei“ in der römischen Republik, Stuttgart 1988; W. Will: Der römische Mob. Soziale Konflikte in der späten Republik, Darmstadt 1991.
 
 
Titel
Die Historien des Tacitus
Dozierende
Dr. Katharina Wojciech
Uhrzeit
Do., 16-20 Uhr
Raum
HS 1142
Typ
Proseminare
Veranstaltungsnummer
06LE11S-S1507
Kommentar
Der heute erhaltene Teil der „Historien“ des römischen Senators und Geschichtsschreibers Tacitus (ca. 55-ca. 120 n. Chr.) bildet die wichtigste Quelle zum sogenannten Vierkaiserjahr und den Anfängen der flavischen Dynastie (1.1.69-Sommer 70 n. Chr.). Das Seminar beschäftigt sich sehr ausführlich mit Autor und Werk und diskutiert ihren Stellenwert für die römische Historiographie. Neben den Historien werden vergleichend Auszüge aus anderen Schriften des Tacitus (Annales, Agricola, Germania) sowie Werke weiterer für die dargestellte Zeit relevanter Autoren (Plutarch, Sueton) besprochen. Die Teilnahme an der ersten Sitzung ist aus organisatorischen Gründen obligatorisch.
Literaturhinweise
P. Cornelius Tacitus, Historien, hrsg. u. übers. v. J. Borst u.a., 7. Auflage, Mannheim 2010. (oder eine andere Ausgabe)
 
 
Titel
Die Zeit der Soldatenkaiser
Dozierende
Karin Maurer
Uhrzeit
Di., 14-18 Uhr
Raum
HS 1032
Typ
Proseminare
Veranstaltungsnummer
06LE11S-S1504
Kommentar
Eines der Kennzeichen für die Zeit der Soldatenkaiser ist eine rasche Abfolge von rechtmäßigen Herrschern und Usurpatoren; für den Zeitraum 235–284 sind rund 50 legitime und illegitime Augusti und Caesares aus den Primärquellen bekannt. Diese hohe Zahl ist das Ergebnis zahlreicher interdependenter Faktoren, die für das 3. Jahrhundert markant sind: Zum einem waren es militärische Auseinandersetzungen an den Grenzen, zum anderen innenpolitische Krisen und ökonomische Schwierigkeiten, welche die Stabilität des Imperium Romanum bedrohten. Es ist daher wenig verwunderlich, dass das 3. Jahrhundert in der modernen Forschung häufig als eine Zeit der „Reichskrise“ bezeichnet wurde, wiewohl die Quellenlage schwierig ist und große Interpretationsspielräume für alternative Erklärungsmodelle lässt.
Im Proseminar werden neben der politischen Ereignisgeschichte insbesondere diese Erklärungsmodelle diskutiert. Das 3. Jahrhundert wird dabei vor allem als eine Zeit des beschleunigten Wandels verstanden, an dessen Ende die Kaiser Diokletian und Konstantin I. standen, mit deren Regentschaft nach traditioneller Auffassung eine neue Epoche – die Spätantike – begann.
 
Notwendig für den Scheinerwerb ist die Übernahme eines Referates; die Referatsthemen werden in den ersten beiden Sitzungen verteilt.
Literaturhinweise
Michael Sommer, Die Soldatenkaiser, Darmstadt 22010.
Klaus-Peter Johne (Hrsg.), Die Zeit der Soldatenkaiser. Krise und Transformation des Römischen Reiches im 3. Jahrhundert n. Chr. (235–284), 2 Bände, Berlin 2008.
Klaus-Peter Johne, Thomas Gerhardt, Udo Hartmann (Hrsg.), Deletopaeneimperio Romano. Transformationsprozesse des Römischen Reiches im 3. Jahrhundert und ihre Rezeption in der Neuzeit, Stuttgart 2006.
Peter Eich, Zur Metamorphose des politischen Systems in der römischen Kaiserzeit. Die Entstehung einer „personalen Bürokratie“ im langen dritten Jahrhundert, Klio Beihefte N. F. 9, Berlin 2005.
Christian Witschel, Krise – Rezension – Stagnation? Der Westen des römischen Reiches im 3. Jh. n. Chr., Frankfurter althistorische Beiträge 4, Frankfurt/Main 1999.
Karl Strobel, Das Imperium Romanum im ‚3. Jahrhundert’. Modell einer historischen Krise?, Historia Einzelschriften 75, Stuttgart 1993.

 

Proseminare in Mittelalterlicher Geschichte

 
Titel
Einhard
Dozierende
Dr. Jessika Nowak
Uhrzeit
Mo., 14-16 Uhr
Raum
HS 1227
Typ
Proseminare
Veranstaltungsnummer
06LE11S-201539
Kommentar
 „Karl der Große und ich. Das Leben des Höflings Einhard“, so lautet der Titel der jüngst von Steffen Patzold verfassten Biographie. Nachdem 2014 infolge des sich zum 1200. Mal jährenden Todestages Karls des Großen in ganz Deutschland zahlreiche Ausstellungen  und Tagungen besucht werden konnten, soll in diesem Kurs, sozusagen auf den Spuren Steffen Patzolds wandelnd, der Fokus auf Karls Biographen Einhard gelegt werden. Dessen wichtigstes Opus, die Vita Karoli Magni, wird im Zentrum dieses Kurses stehen. Daher werden die Kursteilnehmer und Kursteilnehmerinnen gebeten, sich vor Kursbeginn eine dt.-lat. Ausgabe dieses wichtigen Werkes als Lektüregrundlage zu besorgen.   
 
Literaturhinweise
Steffen Patzold, Karl der Große und ich. Das Leben des Höflings Einhard, Stuttgart ²2014.
 
 
Titel
Reformpapsttum im Hochmittelalter
Dozierende
PD Dr. Christine Kleinjung
Uhrzeit
Mi., 14-16 Uhr
Raum
HS 1142
Typ
Proseminare
Veranstaltungsnummer
06LE11S-201532
Kommentar
Im 11. Jahrhundert veränderte sich der Charakter des Papsttums und der römischen Kurie ausgehend von kirchlichen Reformgedanken grundlegend. Die Neuordnung des Verhältnisses von geistlicher und weltlicher Macht sowie das erstarkte päpstliche Selbstverständnis als Petrus-Nachfolger und ein damit verbundener universaler Anspruch hatten nachhaltige Auswirkungen auf die politische und kirchliche Ordnung in Europa. In diesem Seminar werden wir in gemeinsamer Quellen- und Literaturarbeit die wichtigsten Entwicklungen der Zeit von ca. 1049-1085 von Leo IX. bis zu Gregor VII. behandeln. Am Beispiel des Reformpapsttums soll gleichzeitig in die wichtigsten Arbeitsgebiete und Methoden der Mediävistik unter europäischer Perspektive eingeführt werden.
Literaturhinweise
Als Einführung in das historische Arbeiten: Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter, Stuttgart 32006 (= UTB 1719); Hartmann, Martina, Mittelalterliche Geschichte studieren, Konstanz 2004 (= UTB 2575/basics).
Zur Einführung in die Thematik: Werner Goez, Kirchenreform und Investiturstreit 910 – 1122, 2., aktual. Aufl. bearb. von Elke Goez, Stuttgart 2008, (= Kohlhammer-Urban-Taschenbücher 462); Gerd Althoff, "Selig sind, die Verfolgung ausüben". Päpste und Gewalt im Hochmittelalter,  Darmstadt 2013; Rudolf Schieffer, Papst Gregor VII. Kirchenreform und Investiturstreit, München 2010 (= Beck'sche Reihe 2492: C. H. Beck Wissen).
 
 
Titel
Zeitenwende? Die frühe Stauferzeit in zeitgenössischen Darstellungen
Dozierende
Dr. Michael Matzke
Uhrzeit
Do., 16-18 Uhr
Raum
KG IV - Übungsraum 2
Typ
Proseminare
Veranstaltungsnummer
06LE11S-201537
Kommentar
Geschichte ist immer geprägt vom Standpunkt des Verfassers – und von den Erwartungen der anvisierten Leser. Die Geschichtswerke des universitär gebildeten Zisterziensermönchs und Reichsfürsten Otto von Freising gelten als Meisterwerke der mittelalterlichen Geschichtsschreibung. Gleichwohl haben seine beiden Hauptwerke, obwohl in relativ kurzer Folge nacheinander entstanden, eine grundsätzlich unterschiedliche Sichtweise auf die Ereignisse seiner Zeit. Während seine um 1143/46 entstandene „Geschichte der zwei Staaten“ als Heilsgeschichte von der Schöpfung bis zum Jüngsten Gericht angelegt ist und eine sehr pessimistische Sichtweise auf das Zeitgeschehen aufweist, ist die Chronik über die Taten seines Neffen Friedrich I. Barbarossa, verfasst um 1157/58, wesentlich positiver gestimmt. Daraus glaubten Historiker früherer Zeiten für die Herrschaft des ersten Stauferkaisers eine „Zeitenwende“ ableiten zu können. Im Vergleich mit anderen historiographischen Werken, mit der urkundlichen Überlieferung und weiteren Quellen soll der Frage nach einem möglichen Umbruch und nach dem Wandel der Sichtweise bei Otto von Freising nachgegangen werden. Dabei kommen nicht nur die Eigenheiten seiner Werke, sondern auch Charakteristika der Geschichtsschreibung und des Weltbilds im Mittelalter zur Sprache.
Zwar liegen Ottos Werke in guten zweisprachigen Ausgaben vor, doch sind gute Lateinkenntnisse wichtig für eine sinnvolle Auseinandersetzung mit den Fragestellungen des Seminars.
Literaturhinweise
Otto von Freising, Chronik oder Die Geschichte der zwei Staaten, übers. von Adolf Schmidt, hg. von Walther Lammers, 6. Aufl. (FSGA, A,16), Darmstadt 2011 (zur Anschaffung empfohlen); Otto von Freising, Die Taten Friedrichs oder richtiger Chronica, übers. von Adolf Schmidt, hg. v. Franz-Josef Schmale (FSGA, A,17), Darmstadt 1986, S. 82-391.
 
 
Titel
Die mittelalterlichen Bischöfe -- Hirten, Herren, Heilige
Dozierende
Pia Eckhart
Uhrzeit
Mi., 8-10 Uhr
Raum
Breisacher Tor – Raum 105
Typ
Proseminare
Veranstaltungsnummer
06LE11S-201527
Kommentar
Das Proseminar fokussiert die Bischöfe des mittelalterlichen Reichsgebiets; deren Untersuchung ermöglicht Einblicke in nahezu alle wichtigen Bereiche der Gesellschaft und Kultur des Mittelalters, da die Bischöfe als kirchliche und weltliche Amtsträger vielfältige Funktionen ausübten und in weitgespannte Beziehungsnetzwerke eingebunden waren. Als wichtiger Teil der kirchlichen Hierarchie unterstanden die Bischöfe dem Papst und engagierten sich auf Synoden und Konzilien für der innere Organisation der Kirche; als Reichsfürsten – bzw. gar als geistliche Kurfürsten –waren sie Herrschaftsträger und teilten sich gemeinsam mit dem König die Verantwortung für das Reich. Als Oberhirten ihres Bistums hatten sie die geistliche, seelsorgerische und richterliche Oberaufsicht über alle Kleriker und Laien ihres Sprengels; gleichzeitig führten sie gemeinsam mit dem Domkapitel die weltlichen Geschäfte des Hochstifts. Im Früh- und Hochmittelalter waren die Bischöfe Stadtherren ihrer Kathedralstädte, nachdem sich die Kommunen politisch emanzipiert hatten, blieb das Miteinander von städtischer Obrigkeit und bischöflicher Autorität in den Städten lange spannungsvoll. Vor dem Aufkommen der Universitäten waren die Domschulen die Bildungszentren des Reichs, im Spätmittelalter boten die Bischofshöfe oftmals die ersten Orte, an denen sich die neuen Bildungsideale des Humanismus entfalteten. Die jahrhundertelange Kontinuität des Bischofsamts von der Spätantike bis zur Reformationszeit macht es möglich, im Proseminar Entwicklungslinien während des langen Mittelalters auszumachen und das wissenschaftliche Verständnis dieser Epoche zu vertiefen.
 
Anm.: Die Lektüresprachen sind Deutsch und Englisch

Das Tutorat von Felix Dussing zu diesem Proseminar findet donnerstags 18-20 Uhr statt
Literaturhinweise
Michael Borgolte, Die mittelalterliche Kirche (Oldenbourg Enzyklopädie deutscher Geschichte 17), München 1992, bes. S. 3-47.
Timothy Reuter, A Europe of Bishops. The Age of Wulfstan of York and Burchard of Worms, in:Ludger Körntgen (Hrsg.), Patterns of episcopal power. Bishops in tenth and eleventh century Western Europe,Berlin u.a. 2011,S. 17-38.
Hubertus Seibert, Amt, Autorität, Diözesanausbau. Die Bischöfe als Häupter der Ordnung im Reich, in: Laura Heeg (Bearb.), Die Salier. Macht im Wandel. Begleitband Tl. 1, München 2011, S. 84-93.
 
 
Titel
Die "Peasants' Revolt von 1381"
Dozierende
Dr. Steffen Krieb
Uhrzeit
Di., 10-12 Uhr
Raum
Breisacher Tor – Raum 207
Typ
Proseminare
Veranstaltungsnummer
06LE11S-201533
Kommentar
Der sogenannte englische Bauernaufstand war die schwerste soziale Krise des englischen Mittelalters. Die Revolte nahm ihren Ausgang in Essex und Kent, wo die ländliche Bevölkerung gegen die Einziehung einer neuen Kopfsteuer protestierte. Aus dem Widerstand gegen eine Sondersteuer erwuchs innerhalb von Tagen eine Rebellion, die weite Teile der englischen Gesellschaft erfasste. Die mittlerweile organisierten bewaffneten Haufen zogen nach London und brachten auch die Hauptstadt unter ihre Kontrolle. Was als Widerstandsbewegung gegen eine Sondersteuer begonnen hatte, weitete sich schnell zu einer sozialrevolutionären Bewegung aus, deren Programm die Abschaffung der bäuerlichen Leibeigenschaft, die die Begrenzung der Pachtzinsen, die freie Vereinbarung von Arbeitslöhnen sowie eine Reform der Kirche und der Regierung forderte. Durch das geschickte Agieren des jungen Königs Richards II., der zum Schein auf die Forderungen einging, lösten sich die bewaffneten Haufen der Rebellen schnell auf. Der König zog daraufhin die Zugeständnisse zurück und ließ die Anführer des Aufstandes bestrafen. Im Seminar wird zunächst die politische, soziale und wirtschaftliche SituationEnglands am Ende des thematisiert. Anschließend soll nach den komplexen Ursachen der Rebellion, der sozialen Zusammensetzung der Aufständischen, ihren Motiven und Zielen gefragt werden. Von den Teilnehmern wird die regelmäßige Lektüre englischsprachiger Texte erwartet.
Literaturhinweise
Dunn, Alastair: The Peasant’s Revolt. England’s failed revolution of 1381, Stroud 2004; Eiden, Herbert: „In der Knechtschaft werdet ihr verharren ...“. Ursachen und Verlauf des englischen Bauernaufstandes von 1381, Trier; 1995; Hilton, Rodney H.: Bond men made free. Medieval peasant movements and the English rising of 1381, London 197; Hilton, Rodney H. (Hg.): The English rising of 1381, Cambridge [u.a.] 1984.
Justice, Steven: Writing and rebellion. England in 1381, Berkeley [u.a.] 1994.
 
 
Titel
Der Fürstenhof im späten Mittelalter
Dozierende
Dr. Steffen Krieb
Uhrzeit
Di., 14-16 Uhr
Raum
Breisacher Tor – Raum 107
Typ
Proseminare
Veranstaltungsnummer
06LE11S-201534
Kommentar
Der fürstliche Hof des späten Mittelalters war ein komplexes Sozialgebilde, das primär den Bedürfnissen des Herrschers und seiner Familie diente. Zu diesem Zweck hielten sich dort – auf Dauer oder temporär – höchst unterschiedliche Personengruppen auf, deren Aufgabe die Befriedigung der persönlichen Bedürfnisse Funktionen waren. Dazu gehörte die materielle Versorgung, die den Hof zunächst als privaten Haushalt des Fürsten erscheinen lässt. Hinzu traten politische und administrative Funktionen, die von Geistlichen, Hofbeamten, adligen und gelehrten Räten ausgeübt wurden und den Hof zum zentralen Ort fürstlicher Herrschaft machten. Im Seminar sollen die politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Dimensionen des Phänomens Hof im späten Mittelalter (ca. 1200-1500) an ausgewählten Beispielen erarbeitet werden.
Literaturhinweise
Werner Paravicini (Hg.), Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. (Residenzenforschung, 15), Teil 1: Ein dynastisch-topographisches Handbuch, 2 Bde., Stuttgart 2003; Teil 2: Bilder und Begriffe, 2 Bde., Ostfildern 2005; Teil 3: Hof und Schrift, Ostfildern 2007, Teil 4: Grafen und Herren, 2 Bde. Ostfildern 2012.
Werner Paravicini, Die ritterlich-höfische Kultur des Mittelalters (Enzyklopädie deutscher Geschichte, 32), 3. Auflage, München 2011.
Karl-Heinz Spieß, Fürsten und Höfe im Mittelalter, Darmstadt 2008.
 
 
Titel
Kaufleute im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit
Dozierende
Dr. Marco Tomaszewski
Raum
KG IV - Übungsraum 2
Uhrzeit
Mo., 14-16 Uhr
Typ
Proseminare
Veranstaltungsnummer
06LE11S-201546
Kommentar
Bankenwesen, Gewinnstreben, globaler Fernhandel – mit mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Kaufleuten werden oft Entwicklungen und Praktiken verbunden, die 'modern' anmuten. Nach Max Weber ist in Abgrenzung zum vormodernen Streben nach Ehre ja gerade die Orientierung an wirtschaftlichem Erfolg Kennzeichen der Moderne. Dennoch handelten spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Kaufleute in den Traditionen und Kontexten vormoderner ständischer Gesellschaften.
Gerade die ständische Gesellschaftsordnung war trotz zahlreicher Veränderungen bis ins 18. Jahrhundert hinein stabil, während grundlegende Veränderungen im Bereich des Handels auf das 13. Jahrhundert zurückgehen. Es macht also Sinn, das Seminarthema ohne eine Beschränkung auf die traditionelle Epochengrenze um 1500 in den Blick zu nehmen und den gesamten Zeitraum zwischen 1300 und 1800 zu betrachten, wobei der Schwerpunkt im Seminar voraussichtlich auf dem 14. bis 17. Jahrhundert liegen wird.
Neben einem Überblick über allgemeine Charakteristika der Vormoderne stehen hinsichtlich der Phänomene Kaufleute und Handel vor allem sozial, wirtschafts- und mentalitätsgeschichtliche Fragen im Zentrum. Die Themen reichen von mittelalterlichen Rechnungsbüchern und städtischen Kaufmanns- und Ratsfamilien über kleinere Handelsgesellschaften und große Vereinigungen wie der Hanse bis hin zum atlantischen Sklavenhandel. Dabei soll unter anderem auch gefragt werden, inwiefern es in der Vormoderne einen homo oeconomicus gab oder wann man von Globalisierung sprechen kann.
Je nach Prüfungsleistung kann das Seminar in der Geschichte des Mittelalters oder der Frühen Neuzeit (1500-1800) angerechnet werden.
Literaturhinweise
Le Goff, Jacques: Kaufleute und Bankiers im Mittelalter, Frankfurt a.M. 1989.
Spufford, Peter: Handel, Macht und Reichtum. Kaufleute im Mittelalter, Darmstadt 2004.
Häberlein, Mark (Hg.): Praktiken des Handels. Geschäfte und soziale Beziehungen europäischer Kaufleute in Mittelalter und früher Neuzeit, Konstanz 2010.
 
 
Titel
Einführung in die Landesgeschichte - Der Bodenseeraum im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit
Dozierende
Dr. Heinz Krieg/Prof. Dr. Dieter Speck
Uhrzeit
Fr., 10-13 Uhr
Raum
HS 4429
Typ
Proseminare
Veranstaltungsnummer
06LE11S-201535
Kommentar
Das Proseminar fokussiert mit dem Bodenseegebiet ein räumlich enger begrenztes Beobachtungsfeld, das zugleich in zeitlich übergreifender Perspektive vom frühen Mittelalter bis in die frühe Neuzeit in den Blick genommen wird. Ausgehend von zentralen Orten und Institutionen, wie beispielweise der zentralen Bischofsstadt Konstanz oder dem Kloster Reichenau, werden deren regionale und überregionale Beziehungen und Abhängigkeiten, ihre Ausstrahlung und Bedeutungim Wandel der Zeiten untersucht. Die Geschichte „im Kleinen“ist dabei immer wieder danach zu befragen, inwiefern dort allgemeine und gewissermaßen übergeordnete politische und soziale Entwicklungen greifbar werden. Da das Handeln von Kaisern und Königen, Bischöfen, Klerikern und Mönchen, Adligen, Bürgernund Bauern nicht nur in den für den Historiker zentralen Schriftzeugnissen, sondern auch in der Landschaft vor Ort seinen mitunter heute noch eindrucksvollen Niederschlag gefunden hat, bietet es sich an, zur Ergänzung der üblichen Arbeit mit einschlägigen Quellentexten und der Forschungsliteratur auch die noch erhaltenen monumentalen Überreste zu besuchen. Mit dem Proseminar ist daher eine Fahrradexkursion verbunden (vom 30. April bis 3. Mai 2015), um auf diese Weise Geschichte auch einmal ganz konkret zu „erfahren“.
Literaturhinweise
Helmut Maurer (Hg.), Der Bodensee. Landschaft, Geschichte, Kultur, Sigmaringen 1982 (auch erschienen als: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung 99/100, 1981/82) (darin u. a.: Arno Borst, Bodensee, Geschichte eines Wortes, S. 495-529).
 

Proseminare in Neuerer und Neuester Geschichte

 
Titel
Kaufleute im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit
Dozierende
Dr. Marco Tomaszewski
Uhrzeit
Mo., 14-16 Uhr
Raum
KG IV - Übungsraum 2
Typ
Proseminare
Veranstaltungsnummer
06LE11S-201546
Kommentar
Bankenwesen, Gewinnstreben, globaler Fernhandel – mit mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Kaufleuten werden oft Entwicklungen und Praktiken verbunden, die 'modern' anmuten. Nach Max Weber ist in Abgrenzung zum vormodernen Streben nach Ehre ja gerade die Orientierung an wirtschaftlichem Erfolg Kennzeichen der Moderne. Dennoch handelten spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Kaufleute in den Traditionen und Kontexten vormoderner ständischer Gesellschaften.
Gerade die ständische Gesellschaftsordnung war trotz zahlreicher Veränderungen bis ins 18. Jahrhundert hinein stabil, während grundlegende Veränderungen im Bereich des Handels auf das 13. Jahrhundert zurückgehen. Es macht also Sinn, das Seminarthema ohne eine Beschränkung auf die traditionelle Epochengrenze um 1500 in den Blick zu nehmen und den gesamten Zeitraum zwischen 1300 und 1800 zu betrachten, wobei der Schwerpunkt im Seminar voraussichtlich auf dem 14. bis 17. Jahrhundert liegen wird.
Neben einem Überblick über allgemeine Charakteristika der Vormoderne stehen hinsichtlich der Phänomene Kaufleute und Handel vor allem sozial-, wirtschafts- und mentalitätsgeschichtliche Fragen im Zentrum. Die Themen reichen von mittelalterlichen Rechnungsbüchern und städtischen Kaufmanns- und Ratsfamilien über kleinere Handelsgesellschaften und große Vereinigungen wie der Hanse bis hin zum atlantischen Sklavenhandel. Dabei soll unter anderem auch gefragt werden, inwiefern es in der Vormoderne einen homo oeconomicus gab oder wann man von Globalisierung sprechen kann.
Je nach Prüfungsleistung kann das Seminar in der Geschichte des Mittelalters oder der Frühen Neuzeit (1500-1800) angerechnet werden.
Literaturhinweise
Le Goff, Jacques: Kaufleute und Bankiers im Mittelalter, Frankfurt a.M. 1989.
Spufford, Peter: Handel, Macht und Reichtum. Kaufleute im Mittelalter, Darmstadt 2004.
Häberlein, Mark (Hg.): Praktiken des Handels. Geschäfte und soziale Beziehungen europäischer Kaufleute in Mittelalter und früher Neuzeit, Konstanz 2010.
 
 
Titel
Einführung in die Landesgeschichte - Der Bodenseeraum im MA und in der FNZ
Dozierende
Dr. Heinz Krieg/Prof. Dr. Dieter Speck
Uhrzeit
Fr., 10-13 Uhr
Raum
HS 4429
Typ
Proseminare
Veranstaltungsnummer
06LE11S-201535
Kommentar
Das Proseminar fokussiert mit dem Bodenseegebiet ein räumlich enger begrenztes Beobachtungsfeld, das zugleich in zeitlich übergreifender Perspektive vom frühen Mittelalter bis in die frühe Neuzeit in den Blick genommen wird. Ausgehend von zentralen Orten und Institutionen, wie beispielweise der zentralen Bischofsstadt Konstanz oder dem Kloster Reichenau, werden deren regionale und überregionale Beziehungen und Abhängigkeiten, ihre Ausstrahlung und Bedeutungim Wandel der Zeiten untersucht. Die Geschichte „im Kleinen“ist dabei immer wieder danach zu befragen, inwiefern dort allgemeine und gewissermaßen übergeordnete politische und soziale Entwicklungen greifbar werden.Da das Handeln von Kaisern und Königen, Bischöfen, Klerikern und Mönchen, Adligen, Bürgernund Bauern nicht nur in den für den Historiker zentralen Schriftzeugnissen, sondern auch in der Landschaft vor Ort seinen mitunter heute noch eindrucksvollen Niederschlag gefunden hat, bietet es sich an, zur Ergänzung der üblichen Arbeit mit einschlägigen Quellentexten und der Forschungsliteratur auch die noch erhaltenen monumentalen Überreste zu besuchen. Mit dem Proseminar ist daher eine Fahrradexkursion verbunden (vom 30. April bis 3. Mai 2015), um auf diese Weise Geschichte auch einmal ganz konkret zu „erfahren“.
Literaturhinweise
Helmut Maurer (Hg.), Der Bodensee. Landschaft, Geschichte, Kultur, Sigmaringen 1982 (auch erschienen als: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung 99/100, 1981/82) (darin u. a.: Arno Borst, Bodensee, Geschichte eines Wortes, S. 495-529).
 
 
Titel
Die Renaissance in Florenz
Dozierende
Dr. Christian Kühner
Uhrzeit
Di., 14-16 Uhr
Raum
Peterhof – Raum 3
Typ
Proseminare
Veranstaltungsnummer
06LE11S-201536
Kommentar
Mindestens seit Voltaire das Florenz der Medici zu einem von vier Höhepunkten der Menschheitsgeschichte erklärte, spätestens aber seit Jacob Burckhardts „Die Kultur der Renaissance in Italien“ gilt die Renaissance in Florenz als eine der entscheidenden Wegmarken der Geschichte Europas in der Neuzeit. Die jüngere Forschung hat zurecht betont, dass die Kontinuitäten zum Mittelalter stärker waren, als es eine romantisierende Sichtweise wahrhaben wollte, die in Florenz um 1500 Geburtsort und Geburtsstunde des „modernen Menschen“ erkennen wollte. Auch wenn man aber davon absieht, die Florentiner Renaissance zu einem Wendepunkt der Weltgeschichte zu stilisieren, so ist doch nicht zu leugnen, dass sie eine Epoche außerordentlicher künstlerischer und intellektueller Leistungen auf engem Raum und in kurzer Zeit darstellt, die bis in die Gegenwart nachwirken. Hier wirkten Maler wie Michelangelo, Sandro Botticelli, Fra Bartolomeo, Raffael, Bildhauer wie Benvenuto Cellini, Denker wie Niccolò Machiavelli, und nicht zuletzt der Universalgelehrte Leonardo daVinci.
Das Seminar soll neben der Kulturgeschichte der Renaissance in Florenz auch die Rahmenbedingungen ins Blickfeld rücken, unter denen diese kulturelle Blüte stattfand. Thematisiert werden wird die prekäre politische Verfasstheit von Florenz in dieser Zeit, die zwischen Republik und Quasi-Monarchie unter den Medici changierte; das komplexe Sozialgefüge von Florenz, wo die Gesellschaft durch ein verzweigtes Netz von Verwandtschaftsbindungen, Klientelbeziehungen, Nachbarschafts- und Stadtviertelloyalitäten und Bruderschaften zusammengehalten wurde; die Stellung von Florenz als einem der wichtigen Staaten im politisch stark zergliederten Italien jener Zeit; und nicht zuletzt die Nachwirkung der Florentiner Renaissance, die in der Moderne zu einem regelrechten Geschichtsmythos stilisiert wurde.
Literaturhinweise
Burke, Peter, The Italian Renaissance. Culture and Society in Italy, Princeton 1999; Caferro, William, Contesting the Renaissance, Oxford 2011; Crum, Roger J. (Hg.), Renaissance Florence: A Social History, Cambridge 2006; Klapisch-Zuber, Christiane, Das Haus, der Name, der Brautschatz. Strategien und Rituale im gesellschaftlichen Leben der Renaissance, Frankfurt am Main/New York 1995; Reinhardt, Volker, Die Medici. Florenz im Zeitalter der Renaissance, München 1998; ders., Die Renaissance in Italien, München 2002; ders., Geschichte von Florenz, München 2013; Rubinstein, Nicolai, Studies in ItalianHistory in the Middle Ages and the Renaissance, Bd. 2: Politics, Diplomacy, and the Constitution in Florence and Italy, Rom 2011; Wyatt, Michael, The Cambridge Companion to the Italian Renaissance, Cambridge 2014.
 
 
Titel
Friedrich II. und Voltaire
Dozierende
PD Dr. Isabelle Deflers
Uhrzeit
Di., 12-14 Uhr
Raum
Peterhof – Raum 4
Typ
Proseminare
Veranstaltungsnummer
06LE11S-201526
Kommentar
Das Proseminar lädt die Studierenden dazu ein, über das Verhältnis zwischen dem König und der durch den französischen Philosophen Voltaire verkörperten Aufklärung zu reflektieren. Der Briefwechsel zwischen dem „großen“ Monarchen und dem weltberühmten Gelehrten wurde zwar auf Französisch geführt, der Zugang zu ihrer Gedankenwelt wird dennoch durch die Verwendung deutscher Editionen leichter gemacht. Die Vielfalt der Themen, über die sie sich ausgetauscht haben, die Freiheit, mit der sie miteinander aus der Ferne diskutiert haben, machen diese Korrespondenz zu einem literarischen Monument, das den heutigen Historiker/innen ein eindrucksvolles Bild unterschiedlicher Auffassungen von Aufklärung vermittelt. Darüber hinaus wird die Legendenbildung des „Philosophenkönigs“ hinterfragt.
 
Das PS ist als Blockveranstaltung im Zusammenhang mit dem entsprechenden Tutorat konzipiert, deshalb müssen beide Veranstaltungen zusammen besucht werden! Beginn des PS am Di, 21.04.15, 8.00 Uhr mit der ersten Sitzung des Tutorats von Marie Jantsch (Di. 8-10 Uhr) Peterhof Raum 2.
Literaturhinweise
Briefwechsel / Voltaire; Friedrich der Große, hrsg. und übers. von Hans Pleschinski, Neuausgabe München 2004; Koser, Reinhold und Hans Droysen (Hg.), Briefwechsel Friedrichs des Grossen mit Voltaire, 3 Bde., ND der Ausgabe von 1908/09 und 1911, Osnabrück 1965. Siehe auch die Literatur zu breit gefächerten Themen, die anlässlich des Jubiläumsjahrs zum 300. Geburtstag Friedrichs II. (1712-1786) im Jahre 2012 erschienen sind: http://www.perspectivia.net/content/publikationen/friedrich300-colloquien; sowie den Sammelband von Bernd Sösemann und Gregor Vogt-Spira (Hg.), Friedrich der Große in Europa – Geschichte einer wechselvollen Beziehung, 2 Bde., Stuttgart 2012.
 
 
Titel
Russland im Zeitalter der Aufklärung
Dozierende
Dr. Julia Herzberg
Uhrzeit
Mo., 10-14 Uhr
Raum
HS 1140
Typ
Proseminare
Veranstaltungsnummer
06LE11S-201529
Kommentar
Im 18. Jahrhundert begann Russlands europäisches Zeitalter. Zaren wie Peter I. und Katharina II. verstanden die Annäherung an Westeuropa als Fortschritt. Mit der Öffnung nach Europa drangen auch aufklärerische Ideen wie der Lobpreis der Vernunft, Freiheit, Vorstellungen von der Erkennbarkeit der Natur und der Zweifel an überkommenen Gewissheiten in das Zarenreich ein. Statt jedoch die russische Aufklärung als bloße Übernahme einer intellektuellen Strömung nordwesteuropäischer Provenienz anzusehen, ist es sinnvoller, von einem Kommunikationsprozess zu sprechen, zu dem wechselseitiges Lernen sowie Missverständnisse gleichermaßen gehörten. Das Proseminar nimmt Russland im Zeitalter der Aufklärung daher von zwei Seiten in den Blick. Zum einen stellt es dar, wie das Zarenreich in den Augen europäischer Aufklärer zum zivilisatorischen Projekt werden konnte. Zum anderen versteht es die Aufklärung in Russland auch als russischen Selektionsprozess, in dem aufklärerische Ideen auf fruchtbaren Boden fallen konnten, andere geflissentlich ignoriert wurden. Das Seminar fragt, welche Bevölkerungsgruppen die Aufklärung trugen und ob die Obrigkeit eher die Rolle eines Schrittmachersoder einerBremseeinnahm. In einem dritten Schrittwerden wir unsdamit auseinandersetzen, ob die Aufklärung zur „Europäisierung“ Russlands beigetragen hat, beziehungsweise inwieweit sie dort an ihre Grenzen stieß.
 
Die Veranstaltung ist aufgeteilt in Proseminar von 10 bis 12 Uhr und Tutorat von 12 bis 14 Uhr).
Literaturhinweise
Renner, Andreas, Russland: Die Autokratie der Aufklärung, in: Alexander Kraus/Andreas Renner (Hrsg.), Orte eigener Vernunft. Europäische Aufklärung jenseits der Zentren, Frankfurt, New York 2008, S. 125–142; Schippan, Michael, Die Aufklärung in Russland im 18. Jahrhundert, Wiesbaden, 2012.
 
 
 
Titel
Politik von unten: Partizipationsformen jenseits der Institutionen in Großbritannien und Frankreich (1780-1914)
Dozierende
Dr. Theo Jung
Uhrzeit
Mo., 16-18 Uhr
Raum
Breisacher Tor – Raum 205
Typ
Proseminare
Veranstaltungsnummer
06LE11S-201531
Kommentar
Während sich die ältere Politikgeschichte fast ausschließlich auf die zentralen Akteure und Schauplätze der Politik konzentriert hatte, rücken in jüngerer Zeit alternative Räume und Formen politischer Partizipation stärker in den Vordergrund. Einerseits wird auf die Bedeutung informeller Kommunikation in ‚Hinterzimmern‘ unterschiedlichster Art (Klubs, Salons, Kneipen, Restaurants) hingewiesen. Andererseits kommen zunehmend Akteursgruppen in den Blick, die in den offiziellen politischen Systemen des 19. Jahrhunderts keine Stimme hatten (z.B. Frauen oder Unterschichten). Welche alternativen Formen fanden diese Gruppen, sich dennoch Gehör zu verschaffen? In dieser Veranstaltung wird anhand ausgewählter Fallstudien aus Frankreich und Großbritannien die Bedeutung solcher nicht-institutionalisierten Politik im langen 19. Jahrhundert erkundet. Vom Stammtischgespräch zur Massendemonstration, von der Salonkonversation zum Barrikadenkampf und vom politischen Klub bis hin zum Bombenanschlag kommt so eine weitaus größere Vielfalt politischer Formen in den Blick, als es in der klassischen Politikgeschichte der Fall war.
Literaturhinweise
James Vernon: Politics and the People: A Study in English Political Culture, c. 1815-1867, Cambridge 1993; Laurent Le Gall, Michel Offerlé und François Ploux (Hg.): La politique sans enavoirl’air: Aspects de la politique informelle XIXe-XXIe siècle, Rennes 2012; Sarah Richardson: The Political Worlds of Women: Gender and Politics in Nineteenth Century Britain, London u.a. 2013.
 
 
Titel
Der Weg in den amerikanischen Bürgerkrieg
Dozierende
Arvid Schors
Uhrzeit
Di., 10-13 Uhr
Raum
HS 1140
Typ
Proseminare
Veranstaltungsnummer
06LE11S-201542
Kommentar
Der Bürgerkrieg sticht aus der Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika hervor. Nicht nur kostete er von 1861 bis 1865 mit ca. 750.000 Toten mehr amerikanische Leben als alle anderen Kriege zusammengenommen, die die Nation bis heute je geführt hat. Vielmehr drehte er sich mit der Abspaltung der Südstaaten um die Schlüsselfrage, ob der amerikanische Nationalstaat überhaupt als Einheit weiterbestehen sollte. Und nicht zuletzt ist der Bürgerkrieg eng mit der Sklaverei verbunden, die vor seinem Ausbruch vier Millionen Afroamerikaner zu erdulden hatten. Letztlich resultierte aus dem Bürgerkrieg ihre formelle Abschaffung, doch ist er ebenso untrennbar mit dem Versuch verknüpft, die Sklaverei mit allen Mitteln beizubehalten. Im Jahr 2015 – 150 Jahre nach seinem Ende – hat er nichts von seiner Aktualität eingebüßt: Die Frage der Rassenbeziehungen spielt für die amerikanische Gesellschaft weiter eine zentrale Rolle; Konflikte über die Balance zwischen bundesstaatlicher und einzelstaatlicher Macht und die Funktionsweise der Demokratie beherrschen weiter die Diskussion. Und auch die Frage nach der Bedeutung von Gewalt zur gesellschaftlichen Konfliktaustragung ist allgegenwärtig. Das Seminar fokussiert sich vor diesem Hintergrund auf die lange Vorgeschichte des Bürgerkrieges seit der Gründung der amerikanischen Republik im ausgehenden 18. Jahrhundert: Warum kam es überhaupt zum Bürgerkrieg? Worin liegen seine Ursprünge und Gründe? Welche Ziele verfolgten die Akteure und welche Strategien wendeten sie an? Wäre der Krieg vermeidbar gewesen und hätte er politisch beigelegt werden können? Und rechtfertigte er die immensen Todesopfer? Dabei versteht sich das Proseminar einerseits als Einführung in die amerikanische Geschichte des 19. Jahrhunderts. Andererseits soll aber auch die internationale und globale Dimension des amerikanischen Bürgerkrieges beleuchtet werden, der im „Age of Revolution“ (Eric Hobsbawm) kein isoliertes Phänomen darstellte.
 
Der überwiegende Teil der Literatur und der Quellen zur Thematik des Proseminars liegt in englischer Sprache vor. Gute Englisch-Kenntnisse sind deshalb Voraussetzung.
Literaturhinweise
Philipp Gassert/Mark Häberlein/Michael Wala: Kleine Geschichte der USA, Stuttgart 2007, S. 1-306; Michael Hochgeschwender: Der Amerikanische Bürgerkrieg, München 2013; James M. McPherson: And the War Came, in: Ders.: This Mighty Scourge. Perspectives on the Civil War, Oxford u.a.O. 2007, S. 3-19.
 
 
Titel
Politik und Gesellschaft im beginnenden Massenzeitalter: Deutschland und Frankreich im Vergleich (1871-1914)
Dozierende
Dr. Christina Schröer
Uhrzeit
Mi., 10-12 Uhr
Raum
HS 1034
Typ
Proseminare
Veranstaltungsnummer
06LE11S-201544
Kommentar
Das Proseminar behandelt zwei europäische Gesellschaften und ihren beschleunigten Übergang in die Moderne. Betonte die ältere Forschung eher die Gegensätze zwischen der ‚republikanisch-revolutionären‘ und der ‚bellizistischen Reichsnation‘, so rücken in vergleichender Perspektive die Gemeinsamkeiten stärker in den Blick: 1870/71 galt es in Frankreich ebenso wie in Deutschland, eine neue Legitimität zu begründen und auf Dauer zu stellen – in der ständigen Auseinandersetzung mit Alternativen, die durch Parteien, Verbände oder Vereine teils friedlich, teils gewaltsam verfolgt wurden. Beiden Systemen gelang eine bemerkenswerte Stabilisierung, beide sollten jedoch langfristig – aus unterschiedlichen Gründen – scheitern. Beide Länder waren Zeuge heftiger Auseinandersetzungen rund um das Verhältnis zwischen Religion und Politik und erprobten im Kontext nationalistischer Ideen und Bewegungen neue Formen einer ‚sakralisierten Politik‘. Diese und andere Themen sollen in der gemeinsamen Seminararbeit anhand von Quellen und Literatur diskutiert werden.
Französische Sprachkenntnisse sind sehr wünschenswert, werden aber nicht vorausgesetzt.
Literaturhinweise
Müller, Sven Oliver und Cornelius Torp (Hrsg.): Das Deutsche Kaiserreich in der Kontroverse, Göttingen 2009; Ullmann, Hans-Peter: Politik im Deutschen Kaiserreich 1871-1918, 2., durchges. Aufl. München 2005 (= Enzyklopädie deutscher Geschichte. 52); Engels, Jens Ivo: Kleine Geschichte der Dritten französischen Republik (1870-1940), Köln 2007; Duclert, Vincent: 1870. La Républiquei maginée. Ouvrage dirigé par Henry Rousso, Paris 2010; Hobsbawm, Eric: The Age of Empire, 1875-1914, London 1987.
 
 
Titel
Epidemien und Seuchenpolitik im 20. Jahrhundert: Von der "Spanischen Grippe" bis Ebola
Dozierende
Thomas Zimmer
Uhrzeit
Di., 16-19 Uhr
Raum
HS 1019
Typ
Proseminare
Veranstaltungsnummer
06LE11S-201548
Kommentar
Die verheerende Ebola-Epidemie in Westafrika, die seit Frühjahr 2014 viele Tausend Todesopfer gefordert hat, löste auch in den westlichen Industrienationen eine Welle der Angst vor tödlichen Viren aus. Ebola ist dabei nur das jüngste Beispiel in einer Reihe von Infektionskrankheiten, die in den letzten Jahren weltweites Aufsehen erregt haben. Erst 2009/10 hatte etwa die sogenannte Schweinegrippe die Sorge heraufbeschworen, es könnte zu einer Neuauflage der „Spanischen Grippe“ kommen, der am Ende des Ersten Weltkriegs innerhalb kurzer Zeit zwischen 50 und 100 Millionen Menschen zum Opfer fielen. Diese gegenwärtigen Ängste und Befürchtungen stehen in einem auffälligen Kontrast zu der Mitte des 20. Jahrhunderts weit verbreiteten Überzeugung, in naher Zukunft alle Infektionskrankheiten endgültig besiegen zu können. Dies führte nicht zuletzt zu groß angelegten, von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) angeführten Kampagnen zur „Ausrottung" einzelner Krankheiten wie Malaria (vergeblich) oder Pocken (mit Erfolg) in den 1950er-70er Jahren. Spätestens aber seit dem Auftreten von HIV/AIDS in den 1980ern wurden diese Hoffnungen enttäuscht. Seither dominiert die Angst, dass sich in Zeiten der Globalisierung vor allem auch Krankheiten unkontrollierbar über den Globus verbreiten. Obwohl Seuchen und Epidemien also auch im 20. Jahrhundert von massiver Bedeutung waren, befindet sich ihre historische Erforschung noch am Anfang.
Das Seminar fragt daher nach den sozialen, kulturellen und politischen Folgen dieser Pandemien: Wie entwickelten sich gesellschaftliche Deutungen und Problemwahrnehmungen? Welche Lösungsvorschläge machten Gesundheitsexperten, um den Krankheiten zu begegnen? Welche Maßnahmen wurden auf der Ebene der nationalen und vor allem der internationalen Gesundheitspolitik getroffen? Welche Folgen hatten diese Eingriffe, von den ersten Quarantäne-Abkommen des späten 19. Jahrhunderts bis zu den globalen Kampagnen der WHO in den vergangenen Jahrzehnten? Und schließlich, wie wandelten sich Vorstellungen von Gesundheit und Krankheit im 20. Jahrhundert?
Literaturhinweise
Dorothy H. Crawford: Deadly Companions: How Microbes Shaped Our History, Oxford/New York 2009; Malte Thießen (Hg.): Infiziertes Europa. Seuchen im langen 20. Jahrhundert, München 2014
 
 
Titel
Die "neue" Frau. Geschlechtergeschichte des Kommunismus
Dozierende
Dr. Peter Hallama
Uhrzeit
Di., 16-18 Uhr
Raum
HS 1034
Typ
Proseminare
Veranstaltungsnummer
06LE11S-201528
Kommentar
Löste der Kommunismus erfolgreich die „Frauenfrage“? Frauen hatten in kommunistischen Ländern – oft zum ersten Mal – Zugang zu Arbeit und Studium. Ihre politische Partizipation wurde gefördert, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern öffentlich beworben und man ging daran, das Familienmodell zu transformieren. Die Mutterschaft behinderte die Frauen nicht daran, sich aktiv und öffentlich als Arbeiterinnen, Bürgerinnen und Kommunistinnen zu betätigen. In Fragen der Emanzipation der Frauen glaubten viele Beobachter, dass der Osten dem Westen überlegen gewesen sei.
Der Alltag der Frauen im Kommunismus sah jedoch oft anders aus: Genau jene patriarchischen Lebensformen, die marxistische Ideologen als kapitalistische Erscheinungsformen kritisierten, wurden reproduziert. Wie ist demnach die Situation der Frauen in kommunistischen Ländern zu fassen, zwischen dem ideologischen Anspruch einer sozialistischen „Frauenbefreiung“ und den alltäglichen Bekräftigungen althergebrachter Geschlechterrollen? Im Proseminar werden wir uns mit Hilfe neuerer Ansätze der Gender Studies dieser Problematik nähern. Unter den konkreten Themenbereichen werden wir die Frage der Frauen am Arbeitsmarkt, die Familien- und Geburtenpolitik oder Intimität und Sexualität behandeln.
Literaturhinweise
Carmen Scheide: Kinder, Küche, Kommunismus. Das Wechselverhältnis zwischen sowjetischem Frauenalltag und Frauenpolitik von 1921 bis 1930 am Beispiel der Moskauer Arbeiterinnen, Zürich 2002. – Claudia Kraft (Hg.): Geschlechterbeziehungen in Ostmitteleuropa nach dem Zweiten Weltkrieg, München 2008. – Shana Penn / Jill Massino (Hg.): Gender Politics and Everyday Life in State Socialist Eastern and Central Europe, New York 2009.
 
 
Titel
Die USA und Europa 1918-1945
Dozierende
Dr. Helke Rausch
Uhrzeit
Di., 12-14 Uhr
Raum
HS 1134
Typ
Proseminare
Veranstaltungsnummer
06LE11S-201541
Kommentar
Das Seminar führt in eine wichtige Phase transatlantischer Geschichte im 20. Jahrhundert ein. Sie ist deutlich mehr ist als eine „Vorgeschichte“ zum Kalten Krieg nach 1945. Und doch scheinen hier Grundkonflikte der zweiten Nachkriegsperiode schon angelegt. Die eine Blickachse des Seminars wird diese Frage nach den „Eigenheiten“ der transatlantischen Konstellation vor 1945 darstellen. Die andere zielt ganz auf die US-amerikanische Seite: Untersucht werden zentrale, mitunter widersprüchliche Ordnungsvorstellungen, Erwartungen und Taktiken amerikanischer Zeitgenossen im Blick auf die maßgeblichen westeuropäischen Regime und Gesellschaften Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens. US-Politiker und Diplomaten sind ebenso zu betrachten wie wirtschaftliche und kulturelle Eliten und Öffentlichkeiten in den USA der Zwischenkriegsjahre. Der amerikanische Standpunkt wird entlang seiner wichtigsten Parameter erschlossen: Der Erste Weltkrieg verlieh den USA nach 1918 zunächst einmal ein massives wirtschaftliches Übergewicht nicht nur gegenüber dem Kriegsverlierer Deutschland, sondern auch gegenüber den bis dahin Kriegsverbündeten, Großbritannien und Frankreich. Die republikanischen Administrationen der 1920er Jahre nach Wilson (Harding, Coolidge, Hoover) spielten diese amerikanische Überlegenheit im Rahmen ihrer Reparationspolitik auch aus. Stabilisierten die US-amerikanischen Dollardiplomaten damit Europa? Beschwichtigten oder befeuerten sie die Rivalität zwischen den ehemaligen Kriegsgegnern Deutschland und Frankreich? Wie auch immer man die zeitgenössischen Politiken und Diskussionen in den USA einschätzt: viel davon zerbarst weitgehend mit der Wirtschaftskrise von 1929. Seit der Wahl Franklin D. Roosevelts 1932/33 erwiesen sich eben diese Krise und die US-amerikanische New Deal-Politik als neue Parameter für den US-amerikanischen Blick auf Europa. Das gilt für die folgenreiche Haltung der USA gegenüber dem nationalsozialistischen Deutschland ebenso wie für diejenige gegenüber Vichy-Frankreich und nicht zuletzt für die US-Entscheidung, 1941, in den Zweiten Weltkrieg einzutreten. Zuletzt wird untersucht, welches Europa US-amerikanische Experten noch in den Kriegsjahren bis 1945 zu planen begannen.
Literaturhinweise
Klaus Schwabe, Weltmacht und Weltordnung: amerikanische Außenpolitik von 1898 bis zur Gegenwart. EineJahrhundertgeschichte, 3.Aufl., Paderborn 2011; Patrick Cohrs, The Unfinished Peace after World War I: America, Britain and the Stabilisation of Europe, 1919–1932, Cambridge 2006.
 
Titel
Vom Völkerbund zu den Vereinten Nationen (1919-1946)
Dozierende
Dr. Helke Rausch
Uhrzeit
Mo., 10-12 Uhr
Raum
KG IV - Übungsraum 2
Typ
Proseminare
Veranstaltungsnummer
06LE11S-201540
Kommentar
Der Völkerbund galt vielen Zeitgenossen im frühen 20. Jahrhundert und lange auch der Geschichtswissenschaft als gigantischer Flop. Nach Ende des Ersten Weltkrieges war er mit dem Ziel gegründet worden, verbindliche Regeln für eine gewaltfreie internationale Weltordnung und eine stabilere Wirtschaftsentwicklung zu entwerfen. Die internationalen Problemlagen und Konfliktherde der 1920er bis 1940er Jahre schien der Völkerbund aber kaum kontrollierbarer zu machen. Seine ärgsten Kritiker diffamierten ihn stattdessen gerne als Ort haltlosen Palavers unter weltfremden Euphorikern. In den letzten Jahren hat die internationale Geschichtswissenschaft dieses Urteil allerdings gründlich überholt. Inzwischen wird der Völkerbund den Pionieren unter den Internationalen Organisationen in den Zwischenkriegszeit zugerechnet. Er wird jetzt dafür gewürdigt, eine neue Sorte zivilgesellschaftlicher und transnationaler Zusammenarbeit begründet zu haben. Daher nimmt sich das Seminar die prominentesten Aktivitäten vor, die der Völkerbund über seine zahlreichen Expertengremien und Unterorganisationen entfaltete. Seine Abrüstungs- und Wirtschaftspolitik ist genauso zu verfolgen, wie die Initiativen auf den Gebieten z.B. von Menschenrechtspolitik und humanitären Interventionen, Weltgesundheit oder Frauen- und Kinderschutz. An einer parallelen Rechnungslegung führt aber kein Weg vorbei: Wie bedeutsam waren Agenda und Aktivitäten des Völkerbundes gemessen am nach 1919 anhaltenden Nationalismus und Revanchismus in Europa, an der distanzierten US-amerikanischen Diplomatie, am rassistischen Spätkolonialismus der europäischen Großreiche, an der Weltwirtschaftskrise seit 1929, am aufsattelnden Faschismus der 1930er Jahre und schließlich auch angesichts von Kriegsausbruch 1939 und Zweitem Weltkrieg? War der Völkerbund imstande, der Weltpolitik nach Kriegsende 1945 in Gestalt der Vereinten Nationen ein konstruktives Vermächtnis mitzugeben?
Literaturhinweise
Mark Mazower, No Enchanted Palace: the End of Empire and the Ideological Origins of the United Nations, Princeton, N.J. 2013 (2009); Madeleine Herren, InternationaleOrganisationenseit 1865. Eine Globalgeschichte der internationalen Ordnung, Darmstadt 2009.
 
 
Titel
Die Südtirolfrage 1918/19 - 1945/48
Dozierende
Dr. Heinrich Schwendemann
Uhrzeit
Di., 13-16 Uhr
Raum
KG IV - Übungsraum 2
Typ
Proseminare
Veranstaltungsnummer
06LE11S-201545
Kommentar
Südtirol war 1919 im Vertrag von St. Germain Italien als Kriegsbeute zugeschlagen worden. Ende 1939 optierten ca. 86% der deutschsprachigen Bevölkerung Südtirols, die traditionell als besonders heimatverbunden galt, für die Umsiedlung in das Deutsche Reich. Als geschlossenes Siedlungsgebiet waren zunächst die polnischen Beskiden, danach Burgund und abschließend die Krim vorgesehen. Wegen der Kriegsentwicklung wurde allerdings nur ein Teil der Südtiroler Bevölkerung ausgesiedelt, vorwiegend ins benachbarte (Nord)Tirol.
Wir werden uns im PS natürlich mit der Leitfrage beschäftigen, wie es zu diesem bis heute umstrittenen Abstimmungsergebnis kommen konnte bzw. welche Folgen es hatte, werden uns aber eingehend mit Südtirol als singulärem Fallbeispiel sowohl faschistischer Minderheiten- und nationalsozialistischer Volkstumspolitik auseinandersetzen. Vorgesehen ist eine Exkursion nach Bozen, wo sich die faschistische Italianisierungspolitik bis heute in Stadtplanung und Architektur wiederfinden lässt.
Literaturhinweise
Steininger, Rolf, Südtirol 1918-1999, Innsbruck, Wien 1999; Steininger, Rolf, Die Südtirolfrage. Ein Bildband, Innsbruck, Wien, Bozen 2009; Pallaver, Günther; Steurer, Leopold (Hrsg.), Deutsche! Hitler verkauft euch! Das Erbe von Option und Weltkrieg in Südtirol, Bozen 2011; Steurer, Leopold, Südtirol zwischen Rom und Berlin 1919-1939, Wien, München, Zürich 1980.
 
 
Titel
Alltag, Wirtschaft und Gesellschaft in der Weimarer Republik
Dozierende
Dr. Peter Itzen
Uhrzeit
Mo., 18-20 Uhr
Raum
Peterhof – Raum 3
Typ
Proseminare
Veranstaltungsnummer
06LE11S-201530
Kommentar
Die Geschichte der Weimarer Republik war dramatisch: Sie begann mit der Niederlage im Krieg, mit dem Sturz der Monarchie und einer Revolution, und sie endete mit einem verhängnisvollen Untergang. Diese dramatische politische Geschichte hatte große Auswirkungen auf die Alltags-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte, prägte zahlreiche Debatten in dieser Zeit und wird daher einen wichtigen Bezugspunkt für das Proseminar bilden. Darüber hinaus werden wir uns mit der Wirtschaftsgeschichte beschäftigen, mit den Veränderungen im Arbeitsalltag, mit der zunehmenden Entwicklung einer Konsum- und Freizeitgesellschaft, dem Einfluss neuer Medien, mit der Rolle von Frauen und dem Umgang mit Gender-Fragen, mit technischen Veränderungen und der wachsenden Mobilität, dem medizinischen Fortschritt sowie den Debatten über eine rationale und gesündere Gesellschaft, die diesen Wandel begleiteten und beförderten. Daneben werden wir uns aber auch mit eher traditionellen Elementen auseinandersetzen – etwa mit der nach wie vor wichtigen und als wichtig angesehenen Agrarwirtschaft.
Literaturhinweise
Zur Einführung: Andreas Wirsching, Die Weimarer Republik. Politik und Gesellschaft, 2. Auflage München 2009; Gunther Mai, Die Weimarer Republik, München 2009; Lutz Raphael, Imperiale Gewalt und mobilisierte Nation. Europa 1914-1945, München 2011.
 
 
Titel
Die Krise der Anderen. Die Weltwirtschaftskrise in globaler Perspektive, 1929-1939
Dozierende
Dr. Martin Bemmann
Uhrzeit
Mi., 8-10 Uhr
Raum
HS 1222
Typ
Proseminare
Veranstaltungsnummer
06LE11S-201525
Kommentar
Während der Finanz- und Schuldenkrise der Jahre nach 2007 erhielt die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre wieder verstärkte Aufmerksamkeit, sowohl von Historikern und Ökonomen als auch in einer breiteren Öffentlichkeit. Dabei standen und stehen in erster Linie die Ursachen, der Verlauf und die Folgen der Krisen der Zwischenkriegszeit in und für die industrialisierten Staaten Europas und Nordamerikas im Mittelpunkt des Interesses. Die Wirtschaftskrise war aber im Wortsinn eine Weltwirtschaftskrise, die brasilianische Kaffeepflanzer ebenso betraf wie den polnischen Waldbesitzer, den chinesischen Wanderarbeiter oder den kongolesischen Kautschukhändler.
Das Seminar wird Fragen nach dem Charakter und den Ursachen der damaligen Krisen ebenso nachgehen wie den unterschiedlichen nationalen und internationalen Versuchen, ihre Folgen zu überwinden und die Geschehnisse zu verstehen. Wenngleich die bekannteren europäischen und nordamerikanischen Aspekte nicht außen vor gelassen werden können, so stehen doch andere Weltregionen, dortige Akteure, Reaktionen und Folgen im Fokus.
Die Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Texte wird vorausgesetzt.
Literaturhinweise
Jan-Otmar Hesse/Roman Köster/Werner Plumpe: Die große Depression. Die Weltwirtschaftskrise 1929-1939, Frankfurt/Main – New York 2014; Werner Plumpe: Wirtschaftskrisen. Geschichte und Gegenwart, München 32012; Florian Pressler: Die erste Weltwirtschaftskrise. Eine kleine Geschichte der Großen Depression, München 2013; Dietmar Rothermund(Hg.): Die Peripherie in der Weltwirtschaftskrise. Afrika, Asien und Lateinamerika 1929-1939, Paderborn 1983; Dietmar Rothermund: Die Welt in der Wirtschaftskrise, 1929-1939, Münster 1992.
 
 
Titel
Internationale Entwicklungspolitik seit 1945
Dozierende
Thomas Zimmer
Uhrzeit
Mo., 16-19 Uhr
Raum
HS 1019
Typ
Proseminare
Veranstaltungsnummer
06LE11S-201547
Kommentar
Seit dem Zweiten Weltkrieg nimmt die Entwicklungspolitik einen wichtigen Platz auf der Agenda der internationalen Zusammenarbeit ein. Mit dem Ziel, „traditionale“ Gesellschaften in die (industrielle) Moderne zu katapultieren, wurden vor allem in den 1950er und 60er Jahren großangelegte Projekte in einer Vielzahl von Staaten des globalen Südens etabliert – sei es der Bau von Stahlwerken in Indien oder von Staudämmen in Ägypten, die Bekämpfung von Malaria in Indonesien oder die Errichtung von Modell-Siedlungen in Vietnam. In dieser Phase machten nahezu alle Staaten des Nordens – in Ost wie West – das Thema Entwicklung zu einem bedeutenden Teil ihrer Außenpolitik und rangen damit nicht zuletzt um die Gunst der Entwicklungsländer. Aber auch die Politiker in den postkolonialen Staaten des Südens eigneten sich den Entwicklungsdiskurs häufig an und drangen vehement auf „Modernisierung“. Seit den 70er Jahren geriet das zugrundeliegende Entwicklungsdenken im Westen allerdings heftig in die Kritik. Und während die Entwicklungspolitik nie mehr völlig von der Agenda verschwand und im Gegenteil seit dem Ende des Kalten Krieges eine Art Renaissance erlebte, wird seither heftig um ihre Ziele und Ansätze sowie ihre konkrete Umsetzung gestritten. Im Seminar werden wir erstens die Entwicklungspolitik ausgewählter westlicher Staaten, etwa der USA, der BRD oder Schwedens untersuchen. Ebenso wichtig werden aber zweitens auch die Motive und Ziele der Entwicklungsländer selbst, beispielsweise Indiens, sein. Drittens werden wir uns mit der konkreten Umsetzung und den Folgen von Entwicklungsprojekten beschäftigen, die das Leben von Hunderten Millionen Menschen in kurzer Zeit drastisch beeinflussten.
Literaturhinweise
Hubertus Büschel: Geschichte der Entwicklungspolitik, in: Docupedia-Zeitgeschichte (online verfügbar); Nick Cullather: Development? It’sHistory. Research Note, in: DiplomaticHistory 24 (2000), S. 641-53
 
 
Titel
Die USA und der frühe Kalte Krieg
Dozierende
Arvid Schors
Uhrzeit
Mi., 9-12 Uhr
Raum
HS 1234
Typ
Proseminare
Veranstaltungsnummer
06LE11S-201543
Kommentar
„Without the Cold War, what’s the point of being an American?“ Diese Frage beschäftigte nicht nur den Protagonisten in John Updikes Roman „Rabbit Rest“, als die globale Konfrontation zwischen den USA und der Sowjetunion sich nach über 40 Jahren dem Ende zuneigte. Diese Perspektive enthüllt vielmehr, wie sehr der Kalte Krieg während seines Verlaufs zu einem identitätsstiftenden und Generationen prägenden Pfeiler der amerikanischen Gesellschaft avanciert war. Doch wie ging der Kalte Krieg diese Verbindung mit der amerikanischen Gesellschaft ein? Warum entstand er und wie prägte er sich aus? Warum konnte er so tiefe Wurzeln in der amerikanischen Gesellschaft schlagen und welche Verbindung bestand dabei zwischen der außen- und innenpolitischen Sphäre, zwischen Politik, Gesellschaft und Kultur? Mit diesen Fragen nimmt das Proseminar die 1940er und 1950er Jahre in den Blick. Dabei soll es zum einen um die internationale Dimension des Kalten Krieges gehen. Insbesondere dem Bruch der Koalition zwischen den USA und der Sowjetunion während des Zweiten Weltkriegs, der Entstehung und der Wirkung der Atomwaffe sowie schließlich dem Korea-Krieg wird dabei besondere Aufmerksamkeit zukommen. Zum anderen steht im Mittelpunkt, welche Rückwirkungen sich daraus auf die Gesellschaft ergaben. Zugleich gerieten nach 1945 in den USA etwa Rassen- und Geschlechterbeziehungen in Fluss und es entstand eine neuartige Konsumkultur – Dynamiken, die zunächst nicht unbedingt mit dem Kalten Krieg zusammenhingen. Auch die antikommunistische Nachkriegsmentalität und die politische Praxis der Repression gegenüber (vermeintlichen) Kommunisten, die gemeinhin unter dem Begriff des „McCarthyism“ gefasst werden, gingen nicht gänzlich im Kalten Krieg auf, standen allerdings in enger Verschränkung zu ihm. Ziel des Seminars ist es, diesen Verschränkungen und Trennlinien genauer nachzugehen. Es versteht sich vor diesem Hintergrund als Einführung in die Geschichte des Kalten Krieges und in die amerikanische Nachkriegsgeschichte.
 
Der überwiegende Teil der Literatur und der Quellen zur Thematik des Proseminars liegt in englischer Sprache vor. Gute Englisch-Kenntnisse sind deshalb Voraussetzung.
Literaturhinweise
Melvyn P. Leffler: The Emergence of an American Grand Strategy, 1945-1952, in: Melvyn P. Leffler/Odd Arne Westad (Hg.): The Cambridge History of the Cold War. Volume I. Origins, Cambridge u.a.O. 2010, S. 67-89; Laura McEnaney: Cold War Mobilization and Domestic Politics: The United States, in: Melvyn P. Leffler/Odd Arne Westad (Hg.): The Cambridge History of the Cold War. Volume I. Origins, Cambridge u.a.O. 2010, S. 420-441; Julian E. Zelizer: Arsenal of Democracy. The Politics of National Security – From World War II to the War on Terrorism, New York 2010, S. 1-147.

 

 

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